Smart Meter

Umfrage: Einbaupflicht für Smart Meter wird mehrheitlich abgelehnt

Smart Meter
Ab 2017 will die Bundesregierung Stromkunden mit einem Verbrauch von mehr als 6.000 Kilowattstunden pro Jahr schrittweise zum Einbau intelligenter Stromzähler – sogenannten Smart Metern – verpflichten. Diese Regelung betrifft zunächst kleine und mittelständische Unternehmen sowie Haushalte mit einem überdurchschnittlichen Stromkonsum. Ab 2020 könnten dann auch Verbraucher mit einem durchschnittlichen oder geringen Verbrauch unter 6.000 Kilowattstunden betroffen sein. Denn den Plänen der Regierung zufolge kann dann der örtliche Messstellen-Betreiber – in der Regel das lokale Stromnetz-Unternehmen – die Haushalte zum kostenpflichtigen Einbau eines Smart Meters verpflichten.

Mehrheit skeptisch gegenüber Smart-Meter-Zwang

Einer repräsentativen YouGov-Umfrage im Auftrag des Energie- und IT-Unternehmens LichtBlick zufolge können 90 Prozent der Bundesbürger noch nichts mit dem Begriff „Smart Meter“ anfangen, wenn er nicht erläutert wird. Nachdem Begriff und Einbau-Pläne der Bundesregierung erklärt werden, sprechen sich 60 Prozent der Befragten gegen einen Zwangseinbau von intelligenten Stromzählern aus. Und nur jeder Dritte geht davon aus, dass er damit seine Energiekosten senken kann. „Die Verbraucher haben zu Recht erhebliche Zweifel, ob ihnen intelligente Zähler helfen, Strom und Geld zu sparen. Kein Wunder, dass eine große Mehrheit den Regierungsplänen deshalb mit Skepsis begegnet“, so Gero Lücking, Geschäftsführer Energiewirtschaft von LichtBlick.

Kosten von 20 bis 60 Euro pro Jahr

Nach den Regierungsplänen kosten die Stromzähler zwischen 20 und 60 Euro pro Haushalt und Jahr. 57 Prozent der Befragten lehnen diese Mehrbelastung ab. 37 Prozent würden sie akzeptieren – aber mehrheitlich nur dann, wenn sie gleichzeitig Geld beim Stromverbrauch sparen. „Smart Meter sind ein zentraler Baustein der Energiewende. Allerdings wäre es klüger, sie nur dort zu installieren, wo Verbraucher von ihrem Einsatz profitieren und Energieunternehmen echte Geschäftsmodelle anbieten können. Das ist längst nicht überall der Fall“, so Lücking.

Was „Smart Meter“ leisten sollen

Die digitalen Zähler zeigen Verbrauchsmengen und Verbrauchszeit von Strom an, zeichnen die Daten auf und übermitteln sie an den Messdienstleister. Über ein zusätzliches Display oder eine Internetanwendung können Verbraucher schnell und genau erkennen, wie viel sie wann verbrauchen. Mit „Smart Metering“ sollen Haushalte einen genaueren Überblick über den eigenen Verbrauch erhalten – und Energie sparen. Mit Smart Metern kann der Energieverbrauch in Zukunft intelligent gesteuert und gemanaget werden, um so Schwankungen im Netz auszugleichen.

Quelle: djd, Foto: © djd/LichtBlick SE/panthermedia

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