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UNHCR fordert mehr Engagement der EU für Flüchtlinge in Libyen

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) hat die europäischen Staaten dazu aufgefordert, ihr Engagement für Flüchtlinge in Libyen deutlich zu verstärken. „Wir fordern die europäischen Regierungen auf, all ihre politischen Beziehungen zur libyschen Regierung zu nutzen, um eine deutliche Verbesserung der Lage für die Menschen in den Lagern zu erreichen“, sagte der UNHCR-Repräsentant in Deutschland, Dominik Bartsch, der „Welt“. „Ziel muss eine Freilassung aller Menschen aus den Lagern sein. Die Evakuierung der Flüchtlinge außer Landes ist eine lebensrettende Notlösung.“

Das UN-Flüchtlingshilfswerk begrüße einen entsprechenden Vorstoß von Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU), Flüchtlinge direkt aus Libyen zu retten. Petra Bendel, Vorsitzende des Sachverständigenrats deutscher Stiftungen für Integration und Migration, forderte die EU-Staaten auf, Rückführungen nach Libyen auszusetzen. „Staatliche Akteure haben seit langem Kenntnis von Folter und Exekutionen in libyschen Lagern“, sagte sie der „Welt“. „Wenn die EU in Kooperation mit libyschen Behörden die Rückführung von Migranten nach Libyen organisiert, ergibt sich die Frage, inwiefern sie sich mitverantwortlich macht an den Menschenrechtsverletzungen.“ Es sei richtig, die Evakuierung auszuweiten, um möglichst viele Flüchtlinge aus dem Land zu holen. „Dafür müssen auch die Evakuierungscamps im Nachbarland Niger ausgebaut werden.“

Foto: UN-Flüchtlingshilfe (UNHCR) in Genf, über dts Nachrichtenagentur

 

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