Deutschland und Finnland äußern sich „zutiefst besorgt“, nachdem ein Unterseekabel, das die beiden Länder miteinander verbindet, beschädigt wurde. Die Untersuchung der Beschädigung des 1.170 km langen Telekommunikationskabels erfolgt in einer Zeit, in der die Spannungen mit Russland zunehmen.
In einer gemeinsamen Erklärung erklärten die Außenminister beider Länder: „Unsere europäische Sicherheit ist nicht nur durch Russlands Angriff auf die Ukraine gefährdet, sondern auch durch die hybride Kriegsführung von böswilligen Akteuren.“
Die Zerstörung von Pipelines in der Ostsee hat in den letzten Jahren Besorgnis über mögliche Sabotageakte ausgelöst. Zudem meldete ein schwedisches Telekommunikationsunternehmen am Sonntagmorgen, dass auch eine 218 km lange Internetverbindung zwischen Litauen und der schwedischen Insel Gotland ausgefallen war.
Im Oktober 2023 war eine Erdgaspipeline zwischen Finnland und Estland schwer beschädigt worden. Finnische Behörden gaben später bekannt, dass der Vorfall durch ein chinesisches Containerschiff verursacht worden sei, dessen Anker sich gelöst hatte.
Auch die Explosion der Nord-Stream-Gaspipelines zwischen Russland und Deutschland im Jahr 2022 wird nach wie vor von den deutschen Staatsanwälten untersucht. Rund um diesen Vorfall gibt es zahlreiche Verschwörungstheorien und unbestätigte Gerüchte, wonach entweder die ukrainische, die russische oder die US-amerikanische Regierung für die Explosion verantwortlich sein soll.
Der jüngste Vorfall betrifft das C-Lion1-Glasfaserkabel, das zwischen Helsinki und Rostock verläuft und am Montag gegen 02:00 Uhr GMT ausfiel. Der finnische Netzbetreiber Cinia erklärte, dass sämtliche Glasfaserverbindungen in ihrem Netz betroffen seien. „Solche Störungen treten in dieser Region nicht ohne äußere Einflüsse auf“, sagte ein Sprecher von Cinia in einem Interview mit lokalen Medien.
Samuli Bergström, ein finnischer Cybersicherheitsexperte, beruhigte jedoch, dass der Ausfall den Internetverkehr zwischen den beiden Ländern nicht wesentlich beeinträchtigt habe, da alternative Kabelrouten verfügbar seien.
