Verbund AG plant leistungsfähigeres Pumpkraftwerk

Verbund AG plant leistungsfähigeres Pumpkraftwerk

Die Verbund AG ist Österreichs größter Stromanbieter und deckt 40 Prozent des bundesweiten Strombedarfs, wobei 90 Prozent aus Wasserkraft erzeugt werden. 16 Speicherkraftwerke, 6 Pumpspeicherkraftwerke und 88 Laufkraftwerke werden von ihr über das Bundesgebiet verteilt betrieben. Die durchschnittliche Jahreserzeugung liegt bei 24,8 Milliarden kWh. Der Verbund beschäftigt österreichweit über 3.000 Mitarbeiter, der Jahresumsatz 2012 belief sich auf 3,2 Milliarden Euro. Nun ist ein weiteres Wasserkraftprojekt im Zillertal in Tirol geplant, voraussichtliche Kosten 600 Millionen Euro.

Kapazitätssteigerung um 10 Prozent

Das Krafthaus des Speicherkraftwerks, das den Mittelpunkt der Kraftwerksgruppe Zemm-Ziller bildet, liegt rund 1,5 Kilometer südlich der Ortschaft Mayrhofen. Das Kraftwerk wurde in den Jahren 1965 bis 1971 gebaut und ging 1977 in Vollbetrieb. Aus der Ziller werden jährlich 671.200 MWh Strom gewonnen. Die Kapazität soll durch das neue Projekt um 10 Prozent gesteigert werden, dabei soll das Kraftwerk über 27 Kilometer lange Stollen unterirdisch mit dem Inn verbunden werden. Gegenwärtig gelangt das Wasser über zwei Kraftwerke in den Stillupspeichersee und dann über das Kraftwerk Mayrhofen in die Ziller. Im Zuge des Projekts ist geplant, das Wasser weiter in den Inn zu führen, dafür soll in Rotholz ein Krafthaus mit Pumpturbinen errichtet werden. Um das Projekt Wirklichkeit werden zu lassen, sind jedoch noch Testbohrungen notwendig, auch verschiedene Daten müssen noch erfasst und ausgewertet werden. Projektleiter Marco Fiegl geht von einer Bauzeit von vier bis fünf Jahren aus. Wie bei vielen derartigen Projekten können Prüfungen und Verfahren, aber auch Bürgerinitiativen die Bauzeit verlängern.

Die Kraftwerksgruppe Zemm-Ziller

Die Kraftwerksgruppe im Zillertal setzt sich aus zwei Oberstufen, den Pumpkraftwerken Roßhag und Häusling mit den Speicherseen Schlegeisspeicher und Zillergründl sowie der Hauptstufe Mayrhofen mit dem Stillupspeicher zusammen. Stillup nimmt dabei eine Schlüsselposition ein, denn ist nicht nur der Speichersee des Kraftwerks Mayrhofen, sondern auch Entnahmestausee der Oberstufen-Pumpkraftwerke  Roßhag und Häusling. Die Kraftwerksgruppe hat gemeinsam mit den Kraftwerken Gunggl, Bösdornau und Tuxbach eine Leistung von 965 MW. Dazu kommt noch eine Leistung von 600 MW aus den Pumpen von den Kraftwerken Roßhag und Häusling, damit ist die Kraftwerksgruppe Zemm-Ziller die leistungsstärkste Speicherkraftwerksgruppe in Österreich. Die in Tirol vom Verbund erzeugte Strommenge deckt den Bedarf von 450.000 Privathaushalten. 400 Kilometer an Leitungen sorgen in Tirol dafür, dass der Strom auch zu den Verbrauchern kommt.  Außerdem betreibt der Verbund zwei Inn-Kraftwerke im Grenzgebiet zwischen Tirol und Bayern, die sich je zur Hälfte in deutschem und österreichischem Besitz befinden. Für die nächsten Jahre hat der Verbund 80 Millionen Euro eingeplant, um die Kraftwerke instand zu halten.

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