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Verlockende Einstiegschance, Kommentar zu Mitsubishi Motors von Martin Fritz

Mitsubishi Die Konsolidierung von Japans Autoindustrie geht in die nächste Runde: Nach der vollständigen Übernahme von Daihatsu durch Toyota greift sich der Branchenzweite Nissan die Kontrollmehrheit von Mitsubishi Motors. Das Engagement birgt nicht zu unterschätzende Risiken: Der Autobauer der Mitsubishi-Gruppe hat offenbar seit 1991 die Verbrauchswerte der meisten Japan-Modelle geschönt. Die möglichen Strafzahlungen und Schadenersatz-Forderungen werden bereits auf bis zu 1 Mrd. Euro geschätzt. Zudem drückt der Vertrauensverlust in die Marke den Absatz in Japan. Doch die Einstiegschance war für Nissan- und Renault-Chef Carlos Ghosn einfach zu verlockend: preislich günstig und strategisch aussichtsreich. Der japanische Renault-Partner ist in Asien nur in Japan und China stark. Die Wiederbelebung der Traditionsmarke Datsun für Schwellenmärkte wie Indien und Indonesien hat nicht richtig gezündet. Dagegen ist Mitsubishi auf den Straßen von Südostasien vor allem mit Geländewagen gut unterwegs. Die zweite Chance: Das bestehende Bündnis für Kleinstwagen in Japan dürfte produktiver werden, weil die Machtverhältnisse nun klar geregelt sind. Drittens gehören Mitsubishi und Nissan beide zu den Elektroauto-Pionieren. Hier entstehen durch Kooperationen bei Einkauf, Entwicklung und Fertigung wichtige Synergien. Damit hat der Nissan-Einstieg bei Mitsubishi deutlich größere Erfolgschancen als das Engagement von Daimler-Chrysler in Japan zur Jahrtausendwende. Die Stuttgarter hatten damals ebenfalls 34% von Mitsubishi für eine ähnliche Summe gekauft. Aber der damaligen Daimler-Chrysler ging es nur um den Aufbau einer "Welt AG". Dafür wollte man auch in Japan vertreten sein, wo aber nur noch eine marode Mitsubishi auf der Resterampe stand. Der unrühmliche Ausstieg unter hohem Verlust fünf Jahre später nach einem Skandal mit verschwiegenen Mängeln kam wenig überraschend. Nie hatte man eine richtige Verwendung für die Japan-Beteiligung gefunden. Davon kann diesmal keine Rede sein. Ghosn hat womöglich schon länger auf die Chance gewartet, sich bei Mitsubishi ans Steuer zu setzen. Die Manipulation der Verbrauchswerte wurde von Nissan-Ingenieuren aufgedeckt. Nur drei Wochen später ist der Einstieg vollzogen. Die neue Allianz aus Nissan, Renault, der russischen Avtovaz und nun Mitsubishi fährt mit einem Jahresabsatz von 9,5 Millionen Fahrzeugen dicht zu den großen drei Toyota, Volkswagen und General Motors auf. Dort wollte Ghosn schon lange hin. Quelle: Börsen-Zeitung

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Ein Kommentar

  1. Na ja , wer denn das alles so glaubt….das ganze ist doch seit 2 jahren so geplant. Warum passiert das gerade als Mitsubishi seine Altverpflichtungen erledigt hatte, und vor ein paar Monaten unüblicherweise der Chefdesigner von Nissan zu Mitsubishi kam, nachdem Mitsubishi von Nissan Fahrzeuge hat und Nissan von Mitsubishi. Jetzt muss die stolze Firma Mitsubishi ohne das Gesicht zu verlieren die Leitung seiner PKW Firma an Nissan übergeben. Da zieht man das Drehbuch 1999 (DCX) aus der Schublade.

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