Versicherungen: Das sollten Jugendliche beachten

Versicherungen: Das sollten Jugendliche beachten

Wer noch jung ist und sinnvolle Versicherungen abschließen möchte, kann leicht den Überblick verlieren. Dabei sind zunächst nur wenige Versicherungen wirklich dringend notwendig– unter anderem die Haftpflichtversicherung. Einige neue Unternehmen bieten auch Apps an, die die Übersicht über die verschiedenen Versicherungen erleichtern sollen.

Welche Versicherungen brauche ich?

Verpflichtend ist für alle Menschen in Deutschland eine Krankenversicherung. Dies kann entweder eine gesetzliche oder eine private Versicherung sein. Ab wann man sich selbst versichern muss, ist von Versicherung zu Versicherung unterschiedlich. In vielen Fällen kann man während des Studium oder der Ausbildung weiter familienversichert sein, selbst, wenn man nicht mehr zu Hause wohnt. Bei der Haftpflichtversicherung verhält sich das ähnlich. Die genauen Regelungen können dem Vertrag der Familienversicherung entnommen werden. Die Haftpflichtversicherung ist zwar nicht gesetzlich verpflichtend, sie wird jedoch dringend empfohlen. Denn wer in Deutschland einen Unfall verursacht, muss für die entstandenen Schäden aufkommen – und zwar ohne Begrenzung der Betragshöhe.

Die große Konkurrenz um die Kunden im Bereich der Haftpflichtversicherungen sorgt dafür, dass die Versicherer versuchen, mit immer niedrigeren Beitragszahlungen (Prämien) um neue Kunden zu buhlen. Was ein Nachteil für die Versicherungen ist, bedeutet für die Kunden einen Vorteil, da die Versicherungen somit günstiger werden. CosmosDirekt empfiehlt daher, die verschiedenen Angebote auf ihre Beitragshöhe und Versicherungsbedingungen hin zu prüfen und zu vergleichen, um das beste Angebot zu finden. Wer seine Haftpflichtversicherung wechseln möchte, kann das bei den meisten Anbietern mit einer Kündigungsfrist von drei Monaten tun. Wenn die Vertragsdauer auf mehr als drei Jahre festgelegt ist, kann die Kündigung frühestens nach dem dritten Jahr erfolgen. Für junge Menschen, die gerade in die erste eigene Wohnung gezogen sind, kann neben der Haftpflichtversicherung auch eine Hausratversicherung sinnvoll sein, um den eigenen Besitz abzusichern.

Teure Hilfsbereitschaft?

Menschen, die sich in ihrem Umfeld ehrenamtlich engagieren wollen, genießen Versicherungsschutz: Wer beispielsweise Flüchtlingen bei Amtsgängen oder Freizeitaktivitäten begleitet, ist sogar ohne eine eigene Haftpflichtversicherung über das Land versichert, erklärt Flüchtlingskoordinatorin Verena Kopp. Dies wird als subsidiärer Schutz bezeichnet. Er greift nur, wenn keine andere Versicherung den entstandenen Schaden übernimmt. Auch eine Unfallversicherung wird bei ehrenamtlichen Tätigkeiten vom Land übernommen, wenn man nicht über einen Verein aktiv ist, der eine Versicherung anbietet. Dennoch sollte jeder auch eine eigene Haftpflichtversicherung abschließen, um über ehrenamtliche Tätigkeiten hinaus versichert zu sein.

Insbesondere Gefälligkeitshandlungen, wie Freunden und Verwandten beim Umzug zu helfen, sind nicht subsidiär versichert. Ein typisches Beispiel: Man hilft einem Freund beim Umzug und der teure Fernseher, rutscht einem aus den Händen und geht kaputt. Wer zahlt nun die Reparatur oder den Ersatz? Normalerweise werden solche Gefälligkeitsschäden durch eine Haftpflicht nicht abgedeckt. Man kann aber je nach Versicherungsunternehmen und -tarif auch einen Versicherungsschutz solcher Schäden in die Haftpflicht mitaufnehmen. In der Regel gegen eine höhere Prämie.

Apps zur Übersicht

Wer mehrere Versicherungen bei verschiedenen Anbietern abgeschlossen hat, möchte über diese auch den Überblick behalten. Einige Start-ups bieten mittlerweile Apps an, die die abgeschlossenen Versicherungen verwalten. Es wird allerdings ein Maklervertrag abgeschlossen, wenn man die App in Anspruch nimmt – auch wenn man sie nur wegen der übersichtlichen Darstellung der Versicherung nutzen will. Die Start-ups wirken als Versicherungsmakler, die auch neue Versicherungen vorschlagen. Rechtsanwalt Michael Friedmann merkt deswegen an, dass man seine Versicherungen auch anders übersichtlich darstellen lassen kann – zum Beispiel von einem Versicherungsexperten.

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