Verteidigungsministerium will Fachkräfte besser bezahlen

Das Verteidigungsministerium will dem Fachkräftemangel bei der Bundeswehr mit besserer Bezahlung begegnen. Das berichtet die „Welt“ unter Berufung auf einen Bericht des Wehrressorts für den Bundestag. Bei der Gewinnung von dringend benötigten Fachkräften in IT-, Ingenieur- oder medizinischen Berufen sei die Bundeswehr „nicht wettbewerbsfähig“, heißt es der Zeitung zufolge in dem „Bericht über eine wettbewerbsfähige Gehaltsstruktur der Bundeswehr“.

Für dieses qualifizierte Fachpersonal bestehe „dringender Handlungsbedarf zur Verbesserung der Gehaltssituation“. Auch die Bezahlung von Elitesoldaten soll verbessert werden. Die Untersuchung identifiziere „die erforderlichen Änderungen des Besoldungsrechts“, um „den sich abzeichnenden Problemen der Personalgewinnung und -bindung auf einem durch demografische Verwerfungen und einem wachsenden Fachkräftemangel gekennzeichneten Arbeitsmarkt“ zu begegnen, heißt es. Das Ministerium schlägt dem Parlament 25 Maßnahmen vor, um insbesondere Verpflichtungsprämien, Personalbindungszuschläge und Zulagen auszuweiten. So leide das Kommando Spezialkräfte (KSK) „seit vielen Jahren unter erheblichen Nachwuchsproblemen“, heißt es in dem Bericht. Zwar würden diesen Soldaten für „ihre außergewöhnliche Leistungsfähigkeit und Leistungsbereitschaft“ schon jetzt Prämien gezahlt: 3.000 Euro nach Bestehen des Auswahlverfahrens, 10.000 Euro nach erfolgreicher Ausbildung für den Einsatz und noch einmal 5.000 Euro, wenn ein Soldat länger als sechs Jahre beim KSK bleibt. Diese Prämien müssten angesichts schrumpfender Bewerberzahlen aber erhöht werden, schreibt das Ministerium. Ausgeweitet werden soll auch der Personalgewinnungszuschlag für medizinische oder technische Fachkräfte, der sich beispielsweise für einen Oberstabsarzt auf bis zu 75.000 Euro belaufen kann. Für einen Stabsarzt sind es noch knapp 60.000 Euro. Das Problem laut „Der Personalgewinnungszuschlag ist auf die Besetzung einzelner konkreter Dienstposten beschränkt“. Deshalb sei er von 2012 bis 2016 „ernüchternd“ selten bewilligt worden, nämlich nur 20 Mal. Das Ministerium schlägt deshalb vor, den Zuschlag pauschal auf ganze Verwendungsbereiche wie IT-Spezialisten oder Ärzte auszuweiten. Verbesserungen sieht der Bericht auch für freiwillig Wehrdienstleistende vor, deren Sold an den von Zeitsoldaten angeglichen werden soll. Die „Grundgehaltsstrukturen“ in den Laufbahnen der Mannschaften, Fachunteroffiziere und Feldwebel dagegen seien im Vergleich mit den in der Wirtschaft erzielbaren Gehältern „grundsätzlich wettbewerbsfähig“. Das Ministerium erstellte den Bericht auf Anforderung des Parlaments. Er ist nicht mit anderen Ressorts abgestimmt.

Foto: Verteidigungsministerium, über dts Nachrichtenagentur

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