Tausende von Palästinensern eilten zu den von den USA und Israel unterstützten Verteilungsstellen im Gazastreifen, um dort Lebensmittel zu erhalten, da die Region nach einer 11-wöchigen Blockade von Hilfsgütern von einer schweren Hungersnot bedroht ist. Die Gaza Humanitarian Foundation (GHF) verteilte in der von der israelischen Armee kontrollierten Stadt Rafah 8.000 Lebensmittelkartons, was etwa 462.000 Mahlzeiten entspricht. Tausende von hungernden Palästinensern strömten in ihrer Verzweiflung dorthin, woraufhin die israelischen Truppen Warnschüsse abgaben, während US-Vertragspartner die Aktion überwachten. Das Hilfsmodell der GHF hat Kritik von den Vereinten Nationen und humanitären Gruppen auf sich gezogen, die die Absichten der Stiftung in Frage stellen. „Dies ist nicht darauf ausgerichtet, die Bedürfnisse der Menschen zu erfüllen. Man hat den Eindruck, dass es darauf ausgelegt ist, Menschen in den Süden des Gazastreifens zu bringen – in ein Gebiet, das von den Israelis als ‚humanitäre Zone‘ ausgewiesen wurde, anstatt zu versuchen, die Bedürfnisse einer sehr verzweifelten Bevölkerung zu befriedigen“, sagte Hardin Lang von Refugees International. Die palästinensischen Gesundheitsbehörden berichteten von einem Todesfall und 48 Verletzten während der chaotischen Szene, wobei Videos in den sozialen Medien zeigten, wie Menschen Teile des Zauns einrissen, um an die Hilfsgüter zu gelangen. GHF setzt auch Gesichtserkennungstechnologie ein, um die Empfänger von Hilfsgütern zu überprüfen, und schließt Personen, die verdächtigt werden, Verbindungen zur Hamas zu haben, von der Hilfe aus. Die seit 11 Wochen andauernde Blockade hat dazu geführt, dass die zwei Millionen Einwohner des Gazastreifens ernsthaft von einer Hungersnot bedroht sind.
