Video: Fachkräftemangel in Industrie: Bayerns Wirtschaft fordert Lösungen

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Trotz steigender Arbeitslosenzahlen klagen Unternehmen über unbesetzte Stellen – die VBW fordert ein Bündel an Maßnahmen

 

Die bayerische Wirtschaft steht vor einer paradoxen Situation: Während die Arbeitslosenzahlen in den letzten Monaten leicht angestiegen sind, klagen zahlreiche Unternehmen, insbesondere im industriellen Sektor, weiterhin über einen akuten Fachkräftemangel.

Die Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft (VBW) hat in einem kürzlich veröffentlichten Statement auf die Dringlichkeit des Problems hingewiesen und ein umfassendes Maßnahmenpaket gefordert, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Bayern zu sichern.

Die Situation: Ein komplexes Problemfeld

Der Fachkräftemangel in Bayern ist kein neues Phänomen, hat sich aber in den letzten Jahren durch den demografischen Wandel und veränderte Qualifikationsanforderungen noch einmal verschärft. Viele Unternehmen suchen händeringend nach qualifiziertem Personal, insbesondere in den Bereichen Ingenieurwesen, IT, Handwerk und Pflege.

„Wir sehen, dass die Bewerberprofile oft nicht zu den Anforderungen der Unternehmen passen“, erklärt Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer der VBW. „Es fehlt an spezialisierten Kenntnissen, aber auch an grundlegenden Fähigkeiten wie Teamfähigkeit und Problemlösungskompetenz.“

Die VBW betont, dass der Fachkräftemangel nicht nur ein Problem der großen Industrieunternehmen ist, sondern auch den Mittelstand und kleine Betriebe betrifft, die das Rückgrat der bayerischen Wirtschaft bilden. Die unbesetzten Stellen führen zu Produktionsengpässen, verzögerten Innovationsprozessen und letztendlich zu einer Gefährdung des wirtschaftlichen Wachstums.

Die Forderungen der VBW: Ein umfassender Ansatz

Um den Fachkräftemangel effektiv zu bekämpfen, fordert die VBW ein Bündel an Maßnahmen, das verschiedene Bereiche umfasst:

  • Bildung: Die VBW plädiert für eine Stärkung der beruflichen Bildung und eine bessere Abstimmung zwischen den Bildungsangeboten und den Bedürfnissen der Wirtschaft. Dazu gehört die Förderung von dualen Studiengängen und die Modernisierung der Lehrpläne.
  • Zuwanderung: Angesichts des demografischen Wandels sei eine gesteuerte Zuwanderung von Fachkräften unerlässlich. Die VBW fordert eine Vereinfachung der bürokratischen Hürden und eine schnellere Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse.
  • Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Um mehr Frauen für den Arbeitsmarkt zu gewinnen, müsse die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter verbessert werden. Dazu gehören der Ausbau der Kinderbetreuung und die Förderung von flexiblen Arbeitszeitmodellen.
  • Digitalisierung: Die Digitalisierung der Arbeitswelt biete neue Chancen, den Fachkräftemangel zu mildern. Durch den Einsatz von Automatisierung und Künstlicher Intelligenz könnten repetitive Aufgaben automatisiert werden, sodass sich Fachkräfte auf anspruchsvollere Tätigkeiten konzentrieren können.
  • Lebenslanges Lernen: Die VBW betont die Bedeutung des lebenslangen Lernens. Unternehmen müssten ihre Mitarbeiter kontinuierlich weiterbilden, um sie für die Herausforderungen der Zukunft zu rüsten.

Der Handlungsbedarf ist dringend

Die VBW warnt vor den gravierenden Folgen des Fachkräftemangels für die bayerische Wirtschaft. Wenn nicht rasch und entschlossen gehandelt werde, drohten Wettbewerbsnachteile gegenüber anderen Regionen und Ländern. Die VBW appelliert an die Politik, die Wirtschaft und die Bildungseinrichtungen, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten, um den Fachkräftemangel zu bekämpfen und die Zukunft des Standorts Bayern zu sichern. Die Debatte über die vorgeschlagenen Maßnahmen wird mit Spannung erwartet.

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