Jimmy Lai, ein Medienmogul und prodemokratischer Aktivist aus Hongkong, wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt, was internationale Kritik hervorgerufen hat. Der Gründer der inzwischen eingestellten Zeitung Apple Daily wurde im Dezember 2025 aufgrund eines von China verhängten umfassenden nationalen Sicherheitsgesetzes wegen zwei Fällen von ausländischer Kollusion verurteilt. Der 78-jährige britische Staatsbürger, dessen Familie sich um seinen Gesundheitszustand sorgte, wurde außerdem wegen „aufrührerischer Veröffentlichung” schuldig gesprochen. Lais Urteil ist die härteste Strafe, die nach dem Gesetz verhängt wurde, das China nach den Massenprotesten für mehr Freiheit von 2019 erließ. Lai, ein prominenter Kritiker Chinas, ist der bekannteste unter den Hunderten, die nach diesem Gesetz verhaftet wurden. Sein Prozess erregte internationale Aufmerksamkeit. Die Richter bezeichneten Lai als „Drahtzieher” der Verschwörungen, gewährten ihm jedoch aus gesundheitlichen Gründen eine geringfügige Strafmilderung. Der UN-Hochkommissar der Vereinten Nationen für Menschenrechte, Volker Türk, forderte die sofortige Freilassung von Lai und äußerte Bedenken hinsichtlich der Einhaltung des Völkerrechts. Human Rights Watch bezeichnete die Länge der gegen Lai verhängten Haftstrafe als „effektiv ein Todesurteil“ und beschrieb sie als „grausam und zutiefst ungerecht“. Hongkongs Regierungschef John Lee hingegen bezeichnete das Urteil dagegen als „zutiefst befriedigend“ und beschrieb Lais „Verbrechen“ als „abscheulich und extrem bösartig“.
