Steigende Wohnungspreise und Mieten sind in ganz Europa ein drängendes Problem, das insbesondere junge Menschen betrifft. Eine aktuelle Analyse zeigt, dass die hohen Wohnkosten in vielen Ländern dazu führen, dass junge Erwachsene deutlich länger im Elternhaus wohnen bleiben als noch vor einigen Jahren. Besonders ausgeprägt ist dieser Trend in Süd- und Osteuropa.
Trend: Länger im Elternhaus
Die Europäische Statistikbehörde Eurostat hat Daten zum Auszugsalter junger Menschen in der EU analysiert. Die Ergebnisse zeigen, dass das durchschnittliche Alter, in dem junge Erwachsene ihr Elternhaus verlassen, in den letzten Jahren gestiegen ist. Während es im Jahr 2012 noch bei 26 Jahren lag, sind es mittlerweile knapp 27 Jahre.
Dieser Anstieg mag auf den ersten Blick gering erscheinen, doch er spiegelt einen tiefgreifenden Wandel in der Lebensplanung junger Menschen wider. Angesichts steigender Mieten und unsicherer Arbeitsverhältnisse sehen sich viele junge Erwachsene gezwungen, den Auszug aus dem Elternhaus aufzuschieben.
Süd- und Osteuropa besonders betroffen
Die Auswirkungen der hohen Wohnkosten sind in Süd- und Osteuropa besonders deutlich zu spüren. In Ländern wie Kroatien, Griechenland und der Slowakei verlassen junge Menschen ihr Elternhaus im Durchschnitt erst mit über 30 Jahren.
Die Gründe hierfür sind vielfältig:
- Hohe Arbeitslosigkeit: In vielen süd- und osteuropäischen Ländern ist die Jugendarbeitslosigkeit nach wie vor hoch, was es jungen Menschen erschwert, ein eigenes Einkommen zu erzielen.
- Geringe Löhne: Auch wer einen Job findet, muss oft mit niedrigen Löhnen auskommen, die kaum ausreichen, um die hohen Mieten zu bezahlen.
- Traditionelle Familienstrukturen: In einigen Ländern gibt es traditionell engere Familienbande, was dazu führt, dass junge Menschen länger im Elternhaus wohnen bleiben, auch wenn sie es sich leisten könnten, auszuziehen.
Auswirkungen auf die Gesellschaft
Der Trend, dass junge Menschen länger im Elternhaus wohnen bleiben, hat weitreichende Auswirkungen auf die Gesellschaft. Er kann die Gründung von Familien verzögern, die Geburtenrate senken und die wirtschaftliche Entwicklung bremsen.
Um diesem Trend entgegenzuwirken, sind gezielte Maßnahmen erforderlich, die den Zugang zu bezahlbarem Wohnraum erleichtern und die wirtschaftliche Situation junger Menschen verbessern. Dazu gehören beispielsweise der Bau von Sozialwohnungen, die Förderung von Wohngemeinschaften und die Schaffung von Arbeitsplätzen mit fairen Löhnen.
