Barrieren abbauen, Akzeptanz fördern: Video beleuchtet die Forderungen des Gehörlosenbundes nach mehr Inklusion und einer breiteren Anerkennung der Gebärdensprache in Deutschland.
Zum Tag der Gebärdensprache erhebt der Deutsche Gehörlosen-Bund e.V. (DGB) erneut seine Stimme für mehr Inklusion und Anerkennung von Gebärdensprache in Deutschland. Ein neues Video zeigt ein Interview mit Helene Jarmer, der Präsidentin des Gehörlosenbundes, die eindrücklich schildert, wie Hörende oft in eine „Schockstarre“ verfallen, wenn sie mit gehörlosen Menschen konfrontiert werden. Das Video beleuchtet die Forderungen des DGB und plädiert für eine offene und inklusive Gesellschaft, in der Gebärdensprache als selbstverständlicher Teil des Bildungsangebots etabliert ist.
„Schockstarre“: Die Barriere in den Köpfen der Hörenden
Das Video beginnt mit Helene Jarmers Beschreibung des Problems, dass Hörende oft in eine „Schockstarre“ verfallen, wenn sie auf gehörlose Menschen treffen. Diese Verlegenheit, so Jarmer, ist Ausdruck einer tief verwurzelten Unsicherheit und mangelnden Kenntnis über die Lebenswelt und die Kommunikationsformen von Gehörlosen. Diese „Schockstarre“ stellt eine erhebliche Barriere für die Inklusion dar.
Die Bedeutung der Gebärdensprache: Mehr als nur eine Übersetzung
Das Video betont, dass Gebärdensprache nicht einfach eine Übersetzung der Lautsprache ist, sondern eine eigenständige Sprache mit eigener Grammatik und Kultur. Die Gebärdensprache ist für viele gehörlose Menschen die Muttersprache und der Schlüssel zur Teilhabe an der Gesellschaft.
Die Forderungen des Deutschen Gehörlosen-Bundes
- Frühkindliche Förderung der Gebärdensprache: Etablierung der Gebärdensprache als normales Angebot in Kindergärten, um sowohl gehörlosen als auch hörenden Kindern die Möglichkeit zu geben, diese Sprache zu erlernen.
- Inklusive Bildung: Schaffung inklusiver Bildungseinrichtungen, in denen gehörlose und hörende Kinder gemeinsam lernen und voneinander profitieren können.
- Anerkennung der Gebärdensprache: Stärkere Anerkennung der Gebärdensprache als offizielle Sprache und Förderung ihrer Verwendung in allen Bereichen des öffentlichen Lebens.
- Barrierefreiheit: Abbau von Barrieren in der Kommunikation, z.B. durch die Bereitstellung von Gebärdensprachdolmetschern bei Veranstaltungen und in Behörden.
- Sensibilisierung: Förderung des Bewusstseins für die Belange gehörloser Menschen in der breiten Öffentlichkeit.
Appell: Mehr Offenheit und Akzeptanz
Im Video appelliert Helene Jarmer an die Hörenden, offener und toleranter gegenüber gehörlosen Menschen zu sein und die Angst vor dem Unbekannten abzubauen. Sie betont, dass Inklusion nur gelingen kann, wenn Hörende und Gehörlose aufeinander zugehen und bereit sind, voneinander zu lernen.
Ein Schritt in Richtung inklusive Gesellschaft
Das Video schließt mit der Feststellung, dass die Forderungen des Gehörlosenbundes ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer inklusiven Gesellschaft sind, in der alle Menschen, unabhängig von ihrer Hörfähigkeit, gleichberechtigt teilhaben können. Es ist ein Plädoyer für eine Welt, in der Gebärdensprache selbstverständlich ist und die „Schockstarre“ der Vergangenheit angehört.
