Video: Myanmars Militär hebt nach viereinhalb Jahren den Ausnahmezustand auf und kündigt Parlamentswahlen an

Video: Myanmars Militär hebt nach viereinhalb Jahren den Ausnahmezustand auf und kündigt Parlamentswahlen an


Das Militär, das in Myanmar die Macht innehat, hat am 31. Oktober den seit dem Staatsstreich 2021 geltenden Ausnahmezustand aufgehoben und angekündigt, zwischen Dezember dieses Jahres und Januar nächsten Jahres Parlamentswahlen abzuhalten. Diese Wahlen sollen im In- und Ausland den Eindruck einer „Übergabe der Macht an die Zivilbevölkerung“ vermitteln und der vom Militär geführten Regierung Legitimität verleihen. In Myanmar verschärfen sich die Kämpfe zwischen dem Militär, demokratischen Kräften und bewaffneten Minderheiten, und die Lage bleibt weiterhin instabil. Nach Angaben der demokratischen Nationalen Einheitsregierung (NUG) sind seit dem Staatsstreich mehr als 6.800 Menschen durch Luftangriffe und Unterdrückung durch die Armee ums Leben gekommen, und die Vereinten Nationen geben an, dass die Zahl der Binnenflüchtlinge in diesem Jahr 4,5 Millionen erreichen wird. Die Armee plant, in 267 der 330 Bezirke des Landes Wahlen abzuhalten, doch die Demokraten lehnen dies entschieden ab und erklären, dass „die Wahlen der Armee keine Legitimität haben“. Die Durchführung der Wahlen ist ungewiss. Die Nationale Liga für Demokratie (NLD) unter der Führung von Aung San Suu Kyi, der größten Oppositionspartei, wurde bereits ihrer Parteizugehörigkeit beraubt, und Suu Kyi befindet sich weiterhin in Haft. Darüber hinaus hat die Armee ein „Schutzgesetz“ erlassen, das strenge Strafen bis hin zur Todesstrafe für Störungen der Wähler und Kandidaten vorsieht, und verstärkt ihre Wachsamkeit im Vorfeld der Wahlen. Vor diesem Hintergrund verschärfen sich die sozialen Unruhen im Land aufgrund der schleppenden Wirtschaft und der Abwanderung junger Menschen ins Ausland, und der Wiederaufbau nach dem Erdbeben im März dieses Jahres kommt weiterhin nur langsam voran. China und Russland haben ihre Unterstützung für die vom Militär geleiteten Wahlen bekundet, und es bleibt abzuwarten, wie die internationale Gemeinschaft darauf reagieren wird.

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