Wie aus Gerichtsunterlagen des Eastern District of Virginia hervorgeht, ist die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James wegen Bankbetrugs auf Bundesebene angeklagt worden. Die Anklage geht auf einen Fall zurück, bei dem US-Präsident Donald Trump das Justizministerium dazu drängte, Ermittlungen aufzunehmen, während er Vergeltung gegen politische Gegner ankündigte. US-Staatsanwältin Lindsey Halligan bestätigte, dass James sich wegen eines Falls von Bankbetrug und einer Falschaussage gegenüber einem Kreditinstitut verantworten muss. James bezeichnete die Anklage als „eine Fortsetzung der verzweifelten Instrumentalisierung unseres Justizsystems durch den Präsidenten“ und kündigte an, sich mit aller Kraft gegen die Vorwürfe zu verteidigen. „Er zwingt die Bundesbehörden, in seinem Sinne zu handeln – nur weil ich meinen Job als Generalstaatsanwältin des Bundesstaates New York gemacht habe“, sagte James in einer Stellungnahme. In einer Stellungnahme betonte sie, dass sie ihr Amt trotz der Anklage weiter ausüben werde. Laut Anklageschrift soll James im Jahr 2020 gegenüber einer Bank fälschlich angegeben haben, ein Haus in Norfolk, Virginia im Wert von rund 137.000 US-Dollar als Zweitwohnsitz nutzen zu wollen. Tatsächlich soll sie es jedoch als Investitionsobjekt verwendet haben. Durch diese Falschangabe habe sie sich angeblich einen niedrigeren Zinssatz gesichert, was ihr über die Laufzeit des Kredits rund 19.000 US-Dollar erspart habe. Halligan erklärte in einem Statement: „Die Anklagepunkte beziehen sich auf vorsätzliche, kriminelle Handlungen und stellen einen erheblichen Vertrauensbruch gegenüber der Öffentlichkeit dar.“ Der Konflikt zwischen James und Trump dauert seit Jahren an. James leitete 2023 eine zivilrechtliche Betrugsklage gegen Trump, woraufhin dieser sie regelmäßig in den sozialen Netzwerken und auf Wahlkampfveranstaltungen scharf angriff.
