Es waren mehrere Hundert die sich dem Protest durch die Stadt Nauen am Dienstagnachmittag anschlossen. Bürger, Politiker und Angehörige demonstrieren mit den BSH-Beschäftigten und ihren Familien für den Erhalt des BSH-Standorts und der Arbeitsplätze in Nauen – Seitdem die Geschäftsführung am 10. Oktober 2025 verkündet hat, das Bosch-Siemens Hausgeräte-Werk (BSH) in Nauen bis Mitte 2027 schließen zu wollen, herrschen in ganz Nauen große Besorgnis, Verunsicherung und Angst. Im Fall einer Schließung würden 450 Beschäftigte und ihre Familien ihre Existenzgrundlage verlieren, zudem wären zahlreiche Arbeitsplätze in regionalen Zulieferbetrieben gefährdet. „Für die Stadt Nauen wäre eine Schließung des BSH-Werks eine Katastrophe. BSH ist der größte Arbeitgeber in der Stadt“, sagt Anne Borchelt, Zweite Bevollmächtigte der IG Metall Oranienburg-Potsdam.
„Die Kolleginnen und Kollegen sind nicht bereit, die Kahlschlagpläne des Unternehmens widerstandslos hinzunehmen. Die Beschäftigten fordern gemeinsam mit der IG Metall vom Konzern Alternativkonzepte, um den Standort und die Arbeitsplätze in Nauen zu erhalten. Die Kolleginnen und Kollegen sind bereit, ihren Teil zu konstruktiven Lösungen und für Beschäftigungssicherung am Standort Nauen beizutragen.“ Das Verhalten des Arbeitgebers sei absolut inakzeptabel und verantwortungslos“, so Anne Borchelt. „Das Unternehmen trägt als Arbeitgeber eine große, soziale Verantwortung für seine Beschäftigten und für die Region“, betont Borchelt.
„Dieser Verantwortung darf es sich nicht mit fadenscheinigen Pseudoargumenten entziehen. Die gesamte Nauener Stadtgesellschaft und die Politik stehen solidarisch hinter den Kolleginnen und Kollegen bei BSH.“ Als Zeichen ihrer Unterstützung haben heute Bürger, Angehörige und Politiker bei einem gemeinsamen Laternenumzug ihre Solidarität mit den BSH – Beschäftigten und ihren Familien unübersehbar in die Öffentlichkeit getragen.
Um etwa 14:45 Uhr ging es dann vor dem Werktor von BSH am Siemensring 5 – 9 los. Von dort zogen dann hunderte Teilnehmer/innen gemeinsam in die Innenstadt vor die Stadtbibliothek am Rathausplatz, wo eine Kundgebung nach 16:00 Uhr stattgefunden hat. Im Anschluss ging wurde der solidarische Laternenumzug im Stadtzentrum der Funkstadt für alle Nauener in Bewegung gesetzt.
Unter anderem haben Michael Kellner, Mitglied des Bundestags und Fachsprecher für Wirtschaft und Energie in der Grünen-Fraktion, Frederike Haase, Staatssekretärin im Wirtschaftsministerium des Landes Brandenburg und der IG Metall Bezirksleiter für Berlin-Brandenburg-Sachsen, Jan Otto, an der Veranstaltung teilgenommen, um ihre Solidarität mit den BSH-Beschäftigten zu demonstrieren.
T: IG Metall Oranienburg-Potsdam (redaktionell bearbeitet)
V: reportnet24
