Rumänien verurteilt Russlands „unverantwortliche Aktionen“, nachdem das Land behauptet hatte, dass eine russische Drohne während eines Angriffs auf die benachbarte Ukraine den rumänischen Luftraum verletzt habe. Der rumänische Verteidigungsminister Inouț Moșteanu teilte mit, dass die Luftwaffe eine Drohne des Typs Geran nach russischer Bauart über dem Osten Rumäniens aufgespürt habe. Kampfflugzeuge der rumänischen Luftwaffe befanden sich bereits in der Luft, um einen russischen Angriff auf die Ukraine zu überwachen, und konnten die Drohne nahe der südlichen Grenze zur Ukraine verfolgen, so das Verteidigungsministerium. Rumänien ist das zweite NATO-Land, das einen solchen Vorfall meldet. In der Woche zuvor hatte ein ähnlicher Vorfall in Polen dazu geführt, dass sich das Land auf Artikel 4 des NATO-Vertrags berufen hat. „Rumänien verurteilt das rücksichtslose Verhalten Russlands, das die Stabilität in der Region gefährdet. Gemeinsam mit unseren NATO-Verbündeten bleiben wir wachsam und bereit, jeden Zentimeter des Bündnisgebietes zu verteidigen“, sagte Moșteanu in einer Stellungnahme. Er fügte hinzu, dass die Piloten zwar die Befugnis zum Abschuss der Drohne gehabt hätten, sich jedoch aufgrund möglicher Kollateralschäden dagegen entschieden. Laut Verteidigungsministerium zeigt der Vorfall eine „Missachtung der Normen des Völkerrechts” seitens Russlands und stelle eine Gefahr für die Sicherheit der rumänischen Bürger sowie für die kollektive Sicherheit der NATO dar. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte, dass es sich bei dem Eindringen nicht um ein Versehen handeln könne. Es sei „eine eindeutige Ausweitung des Krieges durch Russland“. Selenskyj erneuerte zudem seine Forderungen nach weiteren Sanktionen gegen Russland sowie nach gemeinsamer Verteidigung: „Wartet nicht, bis Dutzende ‚Shaheds‘ und ballistische Raketen einschlagen, bevor endlich Entscheidungen getroffen werden.“
