Die südkoreanische Regierung hat angekündigt, mögliche Menschenrechtsverletzungen zu untersuchen, nachdem südkoreanische Arbeitskräfte von US-Behörden bei einer Razzia festgenommen worden waren. Das Land äußerte gegenüber den USA „tiefes Bedauern“ und forderte offiziell, dass die Rechte und Interessen seiner Staatsbürger bei rechtlichen Maßnahmen nicht verletzt werden. Mehr als 300 südkoreanische Arbeiter sind inzwischen in ihre Heimat zurückgekehrt, nachdem sie eine Woche lang festgehalten wurden. Sie waren an einem Hyundai-Bauprojekt im US-Bundesstaat Georgia beteiligt, das Ziel der Razzia war. Die südkoreanischen Behörden kündigten an, in Zusammenarbeit mit den beteiligten Unternehmen „gründlich zu untersuchen, ob es zu Menschenrechtsverletzungen oder anderen Problemen” gekommen sei, so ein Sprecher des südkoreanischen Präsidenten. Der Vorfall ereignet sich zu einem Zeitpunkt, an dem südkoreanische Unternehmen große Investitionen in den USA im Rahmen eines Handelsabkommens planen, das dazu dient, Zölle zu vermeiden, die unter Präsident Donald Trump eingeführt wurden. Die Razzia hat die Spannungen zwischen beiden Ländern verschärft. Präsident Lee Jae-Myung warnte, dass solche Vorfälle zukünftige südkoreanische Investitionen in den USA gefährden könnten. Lee bezeichnete die Situation als „befremdlich” und betonte, dass es gängige Praxis sei, dass südkoreanische Firmen eigene Fachkräfte zur Errichtung von Auslandswerken entsenden. Nach der Razzia erklärten Beamte der US-Einwanderungs- und Zollbehörde (ICE), dass die südkoreanischen Arbeiter entweder ihre Visa überschritten hätten oder nicht zur Arbeit in den USA berechtigt gewesen seien. Trump wiederum erklärte, ausländische Arbeitskräfte seien in den USA „willkommen“, und er wolle Investoren „nicht abschrecken“.
