US-Präsident Donald Trump hat zwei Dekrete unterzeichnet, die die automatische Einbürgerung in den USA einschränken sollen, nur wenige Wochen nachdem der Oberste Gerichtshof seinen vorherigen Versuch abgelehnt hatte. Die Dekrete erweitern die bestehenden Definitionen von Kindern, die keinen Anspruch auf die automatische Einbürgerung haben, und zielen darauf ab, den sogenannten „Geburtstourismus“ zu verbieten, bei dem schwangere Frauen zur Entbindung in die USA reisen. Die jüngsten Dekrete zur automatischen Einbürgerung scheinen weniger weitreichend zu sein als der vorherige Versuch des Präsidenten, der im Juni vom Obersten Gerichtshof für ungültig erklärt wurde. In einer Pressekonferenz im Oval Office bezeichnete Trump das Urteil des Obersten Gerichtshofs als „sehr bedauerliche Entscheidung. Deshalb nehmen wir Anpassungen vor.“ Eines der vom Präsidenten unterzeichneten Dekrete verbietet die automatische Einbürgerung von Kindern, die in den USA von Eltern geboren werden, die keine US-Staatsbürger sind und unter bestimmte Ausschlusskriterien fallen. Zu diesen Kriterien gehören Eltern, die Mitglieder ausländischer Terrorgruppen sind, ausländische Regierungsangestellte oder Personen, die versucht haben, die Staatsbürgerschaft durch Betrug zu erlangen. Das zweite Dekret verbietet ausdrücklich den „Geburtstourismus“, der laut Trump von Hunderttausenden praktiziert wird. Laut dem Migration Policy Institute gehen die umfassendsten auf Volkszählungsdaten basierenden Schätzungen davon aus, dass jährlich etwa 22.000 bis 26.000 Babys in den USA durch Geburtstourismus geboren werden. Daten der US-Regierung deuten jedoch darauf hin, dass diese Zahl sogar noch niedriger sein könnte: Für das Jahr 2024 werden demnach etwa 9.600 Geburten von Müttern mit ausländischem Wohnsitz erwartet.
