Der führende UN-Experte für globalen Terrorismus hat eindringlich davor gewarnt, dass Al-Qaida eine neue Expansionsstrategie verfolgt. Laut Daten einer UN-Beobachtergruppe verfügt die Organisation mit ihren Ablegern heute über 50-mal so viele Rekruten wie am 11. September 2001. Informationen von Geheimdiensten wie dem MI6, zeigen, dass es weltweit etwa 25.000 potenzielle Kämpfer gibt, verglichen mit rund 500 Terroristen während der Anschläge auf die Twin Towers im September 2001. Bei einer Pressekonferenz am Royal United Services Institute warnte Colin Smith, Koordinator der Terrorismusbeobachtung im UN-Sicherheitsrat, dass die Gruppe „nicht aufgegeben“ habe. „Jenseits des Atlantiks ist AQAP derzeit die Speerspitze von Al-Qaida. Auch sie agiert stärker lokal und gewinnt an finanziellen Mitteln. Sie hätte ihren Kämpfern im Jahr 2024 keine Gehälter mehr zahlen können, und das ist jetzt kein Problem mehr“, sagte Smith. Er fügte hinzu: „Sie haben ihre Waffen nicht niedergelegt. Sie planen weiterhin Angriffe gegen uns, sie schmieden weiterhin Intrigen“, und betonte: „Die Bedrohung besteht weiterhin.“ Die Hauptgründe für diese Ausweitung sind laut Smiths Team strategische Verschiebungen in der Propaganda, die Multipolarität der Gruppen sowie deren fortwährende Anpassung und Weiterentwicklung. Das Team stellte fest, dass Terrorgruppen zunehmend jüngere Menschen ins Visier nehmen, da sie diese für leichter zu indoktrinieren halten. Es gibt Berichte über die Rekrutierung von Kindern im Alter von nur elf Jahren. Terrorgruppen sind zudem technologisch versierter geworden und veröffentlichen Videos, die zeigen, wie man bewaffnete Drohnen baut und flüssige Sprengstoffe herstellt.
