Der US-Aktienmarkt blieb trotz der durch den US-israelischen Krieg gegen den Iran bedingten Ölpreisschwankungen relativ stabil. Der S&P 500 gab den zweiten Tag in Folge leicht um 0,1% nach, nachdem er zuvor aufgrund des andauernden Krieges starke Kursschwankungen verzeichnet hatte. Der Dow Jones Industrial Average fiel um 289 Punkte bzw. 0,6%, während der Nasdaq Composite um 0,1% zulegte. Die Ölpreise bleiben angesichts der zunehmenden Angriffe auf Frachtschiffe im Persischen Golf volatil. Brent-Rohöl verteuerte sich am Donnerstag um mehr als 9%, gab dann aber leicht auf 97,90 US-Dollar nach. Dieser Anstieg erfolgte trotz der Ankündigung der Internationalen Energieagentur (IEA), rekordverdächtige 400 Millionen Barrel Öl aus ihren Notfallreserven freizugeben. Dies dürfte die Ölpreise kurzfristig drücken, doch eine vollständige Wiederaufnahme der Öl- und Erdgaslieferungen aus der Golfregion ist notwendig, um den Markt nachhaltig zu beruhigen. Investoren befürchten zunehmend, dass Streiks auf Schifffahrts- und Energieinfrastruktur in und um die Straße von Hormus die Erholung der Weltwirtschaft verzögern werden. In seiner ersten öffentlichen Stellungnahme als neuer Oberster Führer Irans sagte Mudschtaba Khamenei, die Wasserstraße müsse als „Druckmittel gegen den Feind“ geschlossen bleiben. Ein Sprecher der Islamischen Revolutionsgarde warnte zudem vor einem möglichen Ölpreisanstieg auf 200 US-Dollar pro Barrel und bezeichnete die USA und Israel als „Hauptursache der Unsicherheit in der Region“.
