Ein neues Dekret von Präsident Trump sieht vor, dass ausländische Touristen für den Besuch von US-Nationalparks künftig tiefer in die Tasche greifen müssen als US-Bürger. Die Maßnahme soll die Einnahmen der Nationalparks erhöhen und US-Bürger entlasten.
Ein Aufschrei geht durch die internationale Tourismusbranche: US-Präsident Donald Trump hat ein Dekret unterzeichnet, das eine gestaffelte Preisgestaltung für den Eintritt in die amerikanischen Nationalparks vorsieht. Ab dem 1. Januar 2026 werden ausländische Touristen deutlich höhere Eintrittspreise zahlen müssen als US-Bürger. Die Ankündigung erfolgte am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, und wurde von einem kurzen Video begleitet, das auf Trumps Social-Media-Kanälen veröffentlicht wurde.
„Amerika zuerst“ auch im Nationalpark
In dem Video argumentiert Trump mit dem Motto „Amerika zuerst“ und erklärt, dass die Nationalparks ein nationales Heiligtum seien, das in erster Linie den US-Bürgern zugänglich gemacht werden müsse. „Unsere Nationalparks sind ein Schatz für alle Amerikaner“, sagt Trump in dem Video. „Und es ist nur fair, dass unsere Bürger weniger dafür bezahlen müssen, diese Wunder zu erleben.“
Die genaue Höhe der Preiserhöhung für ausländische Touristen ist noch nicht bekannt, soll aber laut Regierungsangaben im Durchschnitt um 50% höher liegen als der Preis für US-Bürger. Für einige besonders beliebte Parks wie den Yellowstone, den Grand Canyon oder den Yosemite sind sogar noch höhere Aufschläge im Gespräch.
Begründung: Erhöhung der Einnahmen und Entlastung der Bürger
Die Regierung begründet die Maßnahme mit dem Bedarf, die Einnahmen der Nationalparks zu erhöhen. Die zusätzlichen Einnahmen sollen in den Erhalt und die Verbesserung der Infrastruktur der Parks fließen. Gleichzeitig soll die Maßnahme US-Bürger entlasten, da sie künftig weniger für den Besuch ihrer eigenen Nationalparks bezahlen müssen.
Kritik von Tourismusverbänden und Umweltschützern
Die Ankündigung hat international für Empörung gesorgt. Tourismusverbände befürchten einen drastischen Rückgang der Besucherzahlen aus dem Ausland, was negative Auswirkungen auf die gesamte Tourismusbranche in den USA hätte. „Diese Maßnahme ist kurzsichtig und schadet dem Image der USA als weltoffenes Reiseland“, kritisiert die Präsidentin des Deutschen Reiseverbands (DRV), Elke Freudenberg. „Wir befürchten, dass viele Touristen sich künftig für andere Reiseziele entscheiden werden.“
Auch Umweltschutzorganisationen äußerten sich besorgt. Sie argumentieren, dass höhere Eintrittspreise für ausländische Touristen nicht nur die Besucherzahlen reduzieren, sondern auch das Bewusstsein für den Naturschutz und die Bedeutung der Nationalparks im Ausland schmälern könnten. „Nationalparks sind ein globales Erbe, das für alle zugänglich sein sollte“, so Michael Schmidt, Sprecher von Greenpeace Deutschland. „Diese Maßnahme ist ein Schritt in die falsche Richtung.“
Ausnahmen für bestimmte Personengruppen geplant
Die Regierung hat angekündigt, dass es Ausnahmen für bestimmte Personengruppen geben soll. So sollen beispielsweise Studenten, Wissenschaftler und Journalisten, die sich im Rahmen ihrer Arbeit in den Nationalparks aufhalten, weiterhin den gleichen Preis wie US-Bürger zahlen. Details zu den Ausnahmen sollen in den kommenden Wochen bekannt gegeben werden.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die gestaffelten Eintrittspreise auf die Besucherzahlen und die Einnahmen der US-Nationalparks tatsächlich auswirken werden. Die Maßnahme dürfte jedoch in den kommenden Monaten für weitere Diskussionen und Kontroversen sorgen.
