Wien – Die Vienna Insurance Group, VIP, mit Sitz in Wien, ist einer der größten börsennotierten auf internationaler Ebene tätigen Versicherungskonzerne in Zentral- und Osteuropa. Im Konzern sind rund 50 Versicherungsgesellschaften mit insgesamt 23.000 Mitarbeitern in 24 Ländern tätig. Nun expandiert die Vienna Insurance Group nach Estland, einem Land, dem Land, das von der Krise am meisten betroffene baltische Land.
Estland auf Erholungskurs
Estland wirkte der Wirtschaftskrise mit Steuererhöhungen, Gehaltskürzungen im öffentlichen Dienst von 20 Prozent und mit strengen Budgetvorgaben für Städte und Gemeinden entgegen. Im Zuge der Maßnahmen wurde auch das Pensionsalter angehoben. Das Durchschnittseinkommen in Estland liegt bei 800 Euro, die Durchschnittspension bei 320 Euro. Der wöchentliche Lebensmittelkorb für eine vierköpfige Familie kostet durchschnittlich 69,95 Euro. Der durchschnittliche Preis für 1 kg Brot beträgt 1,25 Euro, für 1 l Milch muss mit 0,58 Euro gerechnet werden. Doch Estland scheint sich auf einem Erholungskurs zu befinden. Seitens der Vienna Insurance Group heißt es, das Entwicklungspotenzial sei aufgrund der wirtschaftlichen Erholung und des großen Aufholbedarfs hoch. Inzwischen beträgt die Pro-Kopf-Ausgabe für Versicherung in den Staaten des Baltikums bei durchschnittlich 170 Euro jährlich, in Österreich bei 1.920 Euro. 2012 konnte ein Anstieg bei den Prämien, speziell in Estland verzeichnet werden, von 10,6 Prozent auf 345 Millionen Euro. Dabei wurde ein Anstieg bei den Lebensversicherungen um 5,7 Prozent verzeichnet, bei anderen Versicherungen rund 12 Prozent. Die anderen baltischen Staaten hinken hinter den Ergebnissen von Estland nach, dennoch betrug der Zuwachs im gesamten Baltikum bei Lebensversicherungen 29,3 Prozent.
Erweiterung durch Nicht-Lebensversicherungen
In Estland ist die Vienna Insurance Group bereits mit der der Gesellschaft Compensa Life SE am Versicherungsmarkt tätig, jedoch wird nur der Bereich Lebensversicherungen abgedeckt. Peter Hagen, Vorstandsvorsitzender des Versicherungskonzerns erklärte, dass für das Jahr 2014 der Markteintritt für Nicht-Lebensversicherungen geplant sei. „Die Märkte bieten großes Potenzial. Man darf nicht vergessen, dass im Baltikum insgesamt mehr Menschen leben als in der Slowakei“, führte Hagen weiter aus. Tätig werden wird die Vienna Insurance Group in Estland über ihre polnische Gesellschaft Compensa Non-Life, die bereits in Lettland und Litauen am Markt vertreten ist. Der Konzern ist in Osteuropa in Tschechien, in der Slowakei, in Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Albanien, der Ukraine, Georgien und in Weißrußland mit Zweigniederlassungen der Wiener Städtischen Versicherung am Markt aktiv. Auch in vielen südosteuropäischen Staaten bestehen Filialen. Im Jahr 2012 erwirtschaftete die Vienna Insurance Group einen Periodenüberschuss nach Steuern und Minderheiten von 446,19 Millionen Euro.

