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Vier deutsche Diplomaten müssen Russland verlassen

Vier deutsche Botschaftsangehörige werden aus Russland ausgewiesen. Das teilte das Russische Außenministerium am Freitag dem deutschen Botschafter Rüdiger von Fritsch mit. Das deutsche Außenministerium bestätigte den Schritt. Auch aus über einem Dutzend weiterer Länder müssen Diplomaten gehen. Neben Großbritannien und den USA traf es die Ukraine am härtesten: 13 von dort akkreditierte Diplomaten werden ausgewiesen. "Diese Nachricht aus Moskau kommt nicht überraschend", sagte Bundesaußenminister Heiko Maas. "Wir hatten die Entscheidung zur Ausweisung der russischen Diplomaten nicht leichtfertig getroffen. Unsere Reaktion im Fall Skripal war als politisches Signal notwendig und angemessen", so Maas. Dies sei aus Solidarität mit Großbritannien geschehen und weil sich Russland bisher jeglicher Aufklärung des Sachverhalts verweigere. Auch in der aktuellen Lage bleibe Deutschland aber zu einem Dialog mit Russland bereit. Hintergrund der Krise ist der Fall Skripal: Die britische Regierung wirft Russland vor, für den Nervengift-Anschlag auf einen ehemaligen russisch-britischen Doppelagenten Anfang März in der englischen Stadt Salisbury verantwortlich zu sein. Skripal, einst Oberst des sowjetischen und später russischen Militärnachrichtendienstes GRU, war zum britischen Geheimdienst übergelaufen und 2004 in Russland deswegen verhaftet worden. 2010 war er begnadigt und zusammen mit drei weiteren westlichen Spionen gegen zehn vom FBI verhaftete russische Spione ausgetauscht worden. Nach dem Anschlag Anfang März diesen Jahres hatten Großbritannien und zahlreiche westliche Länder russische Diplomaten ausgewiesen, darunter auch Deutschland. Als Gegenreaktion auf die diplomatische Isolation durch westliche Staaten hatte Russland bereits am Donnerstag die Ausweisung von mindestens 60 US-Diplomaten angekündigt, vorher bereits aus Großbritannien. Das US-Konsulat in St. Petersburg werde zudem geschlossen, sagte Russlands Außenminister Sergei Lawrow am Donnerstagabend. Am Donnerstag war bekannt geworden, dass die ebenfalls schwer verletzte Tochter Skripals nun außer Lebensgefahr ist. Sergei Skripal selbst soll weiter in einem "kritischen, aber stabilen Zustand" sein. Handfeste Beweise für eine Beteiligung Russlands an dem Anschlag wurden der Öffentlichkeit bislang nicht vorgelegt. Russland bestreitet jede Beteiligung. Stattdessen beteuerte das Außenministerium am Freitag, an "einer sachlichen und verantwortungsvollen Zusammenarbeit sowohl im Rahmen der völkerrechtlichen Formate und Mechanismen als auch auf bilateraler Grundlage bereit" zu sein. Russland habe bereits mehrfach erklärt, Interesse an "der Feststellung der Wahrheit" zu sein, so das Außenministerium in Moskau. Foto: Straßenverkehr und Zugverkehr in Moskau (Russland), über dts Nachrichtenagentur

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