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Maschinenbau-Konzern Voith geht in Absatzländer

Limberg StaumauerSt. Pölten - Der vorwiegend im Maschinebau tätige Konzern will in Zukunft verstärkt die Fertigung in die Absatzländer in Asien und Südamerika verlegen.  „Das Exportmodell ist nicht mehr zukunftsfähig", sagte er. "Wir wollen der chinesische Voith in China werden“, erklärte Voih-Chef Hubert Lienhard. Man wolle vor Ort günstigere Produkte für die Kunden entwickeln, hieß es. Weltweit beschäftigt Voith über 43.000 Mitarbeiter, rund 1.000 von ihnen werden nun in Deutschland und Österreich abgebaut, weil die Produktion vorwiegend nach Asien ausgelagert wird. Auch will sich der Konzern aus nicht profitablen Sparten, wie der Produktion von Papiermaschinen, zurückziehen.

Bald 150jähriges Jubiläum

2017 wird das Familienunternehmen sein 150jähriges Bestehen feiern. Bis dahin will sich der Konzern international gut aufgestellt wissen. Die Geschichte von Voith geht zwar auf den 1830 gegründeten Schlosserbetrieb von Matthäus Voith zurück, doch zum Industrieunternehmen entwickelte sich der Konzern unter seinem Sohn Friedrich ab 1867. Im Geschäftsjahr 2012/2013 konnte ein Umsatz von 5,7 Milliarden Euro erwirtschaftet werden. Der Jahresüberschuss betrug 63 Millionen Euro und zeigte eine Einbuße von 40 Prozent. Das im deutschen Hildesheim ansässige Unternehmen hat seit langer Zeit eine enge Verbindung zu Österreich. Im Jahr 1904 wurde eine Betriebsstätte mit 225 Mitarbeitern in St. Pölten eröffnet. 1929 erreicht der Mitarbeiterstand mit 1.500 Beschäftigten bereits die Größe eines Großunternehmens. Der Höchststand wurde mit 3.031 Mitarbeitern 1961 erreicht. Auch kamen weitere Standorte in Wimpassing und Laakirchen dazu. Doch 2012 wurden, wie auch in Deutschland, trotz Umsatzsteigerung Stellen abgebaut, insgesamt sollten es 710 werden . Nach zähen Verhandlungen einigten sich Betriebsrat und Unternehmen auf 670. Begründet wurde der Abbau mit der sinkenden Auftragszahl für Papiermaschinen, speziell Großanlagen, wie sie unter anderem in Österreich hergestellt werden.

Weiterer Stellenabbau

In St. Pölten wurden 2013 weitere 290 Stellen abgebaut. Im September 2013 waren in der Papiersparte 448 Beschäftigte tätig, zwei Drittel weniger als zuvor. Der Abbau soll sukzessive weiter erfolgen und bis 2014 abgeschlossen sein. In den letzten Jahren gingen die Aufträge zurück. Lienhard erwartet auch im laufenden Geschäftsjahr keine wesentlichen Veränderungen. „Wir sehen nicht so zuversichtlich in die Zukunft", meint er. Mit den gesetzten Maßnahmen will der Konzern der Entwicklung entgegenwirken. Die Einsparungen durch den Stellenabbau und durch das Auflassen nicht profitabler Sparten werden in anderen Ländern investiert. Dennoch steht für das Unternehmen fest, dass ein Rückzug aus Europa nicht geplant sei. Ein Familienunternehmen stellt sich vier Jahre vor dem großen Jubiläum neu auf, um der wirtschaftlichen Entwicklung zu trotzen.
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