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Volkskrankheit Rückenschmerzen: wenn die Hexe trifft

Fast jeder kennt sie: Rückenschmerzen. In Deutschland sind sie eine der Hauptursachen für Krankschreibungen. Stechen im Steiß, Schmerz in der Schulter, Rückenschmerzen können eine jede Bewegung zu einer Qual machen. Soft sind die Schmerzen harmlos und ein wenig Bewegung hilft, dass diese wieder verschwinden. Doch manchmal hilft alles nichts und der Arzt muss helfen.

„Ich hab Rücken“ – der bekannteste Ausspruch...

...des Komikers Hape Kerkeling in der Rolle seiner erfundenen Comedy-Figur Horst Schlämmer. Dieses Unwohlsein, die Schmerzen im Rücken, wurde früher mit „Er hat es im Kreuz“ beschrieben. Doch die wohl am verbreitetste Bezeichnung ist „Hexenschuss“, das von den Medizinern als Lumbago der akute Lumbalgie bezeichnet wird. Doch egal wie es genannt wird. Jede Bezeichnung meint das gleich: für harmlose, jedoch häufig sehr unangenehme akute Rückenschmerzen. Vor der Hexe ist jeder gleich. Wenigstens einmal im Laufe des Lebens wird nahezu jeder Mensch wenigsten einmal von ihr heimgesucht. Die meisten die von ihr heimgesucht werden, sind zwischen 30 und 55 Jahren alt, wobei es häufig bereits auch jüngere trifft. Doch nicht nur der Hexenschuss peinigt die Betroffenen, sondern auch Bandscheibenvorfall, Ischias oder nur ein böses Erwachen mit steifen Hals. Ohne Frage, die Region zwischen Nacken und Steißbein ist die mit den größten körperlichen Schwächen, wobei zumeist die Lendenwirbelsäule im unteren Rücken Sorgen bereitet. Dies ist nicht verwunderlich, denn schließlich trägt sie als Sockel des Rumpfes die größte Last. Auf das plötzliche Reißen oder den dumpfen Schmerz reagieren viele Betroffene panisch und vermuten dahinter eine womöglich sogar schwere Krankheit. Doch diese Angst ist glücklicherweise in den meisten Fällen unbegründet. Denn einfache Rückenschmerzen gehören wie die Erkältung zum Leben dazu. Die Statistiken zeigen auf, dass Bandscheibenvorfälle, Entzündungen, Tumore oder andere ernsthafte Erkrankungen nur einen Bruchteil aller Rückenprobleme ausmachen. Bei 85% der Rückenschmerz geplagten ist es nicht möglich, eine eindeutige Ursache zu finden.

Krank durch Arbeit – steigert der eigene Job das Risiko für Rückenschmerzen?

Tatsächlich hängt das Risiko für Rückenbeschwerden in vielen Fällen mit dem Job zusammen. Dies gilt im besonderen Maße natürlich für die körperlichen Tätigkeiten. Diejenigen, die regelmäßig schwere Lasten heben und tragen müssen oder aber in ungünstigen Körperhaltungen arbeiten, die klagen häufiger über Schmerzen im Rücken. Daher wurden einige Arbeiten Rückenschmerzen in die Liste der Berufserkrankungen aufgenommen. Laut dem Robert-Koch-Institut gibt es zwischen der Büroarbeit und Rückenschmerzen keinen klaren Zusammenhang. Selbst wenn die landläufige Meinung sich dagegen ausspricht. Eine falsche Sitzhaltung, ein nicht ergonomischer Bürostuhl , einseitiges Telefonieren oder der falsche Schreibtisch. Dies sind Gründe, durch die Rückenschmerzen begünstigt werden. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass im Büro für ausreichend Bewegung und Abwechslung gesorgt wird. Doch nicht nur die physische Arbeitsentlastung ist ein Risikofaktor für Rückenschmerzen, sondern selbst eine niedrige Arbeitszufriedenheit, Konflikte mit den Kollegen, Stress oder eine fehlende soziale Anerkennung sind Auslöser für Rückenschmerzen, die von akuten zu chronischen Beschwerden ausarten können.

Steigt das Risiko mit dem Alter?

Aufgrund dessen, dass Abnutzungserscheinungen und Fehlbelastungen häufig für Schmerzen im Rücken verantwortlich gemacht werden, liegt dieser Verdacht nah, das mit dem Alter die Kreuzschmerzen zunehmen. In einer Studie stellte das Robert-Koch-Institut fest, dass mit dem Alter die Häufigkeit von chronischen Rückenschmerzen nahezu linear ansteigt. Was allerdings interessant ist, ist der Fakt, dass das Risiko für akute Rückenschmerzen mit steigenden Alter wieder abnimmt. Warum das so ist, dass können die Wissenschaftler und Forscher bisher nicht erklären. Sie vermuten jedoch, dass ältere Menschen die Schmerzen vor dem Hintergrund anderer gesundheitlicher Probleme nicht oder kaum wahrnehmen. Somit würde es sich hier nur um eine gefühlte Abnahme der Zahl der Rückenleiden handeln, denn letztendlich ist die Wahrnehmung von Schmerzen bei jedem Menschen anders.

Frauen, Kinder und Jugendliche – wie sind sie von Rückenschmerzen betroffen?

Frauen leiden in allen Lebensabschnitten häufiger unter Rückenschmerzen als Männer. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich gerade in jungen Jahren. Während 10% der Männer im Alter zwischen 18 und 29 Jahren über „Rücken“ klagen, sind es bei den Frauen 20%. Die mögliche Ursache dafür sehen die Forscher vor allem in und nach der Schwangerschaft, wo Frauen besonders häufig mit Rückenschmerzen zu kämpfen haben. In Hinsicht auf Kinder und Jugendliche zählen auch hier die Rückenschmerzen zu den häufigsten Beschwerden. Laut dem Robert Koch-Institut sind Mädchen häufiger betroffen als Jungen. So leiden rund 50% aller Mädchen im Alter zwischen 14 und 17 Jahren mindestens alle drei Monate unter Schmerzen im Rücken. Bei den gleichaltrigen Jungen sind es unter 40%. Es ist besonders der Schulalltag, der den Rücken der Heranwachsenden vor Herausforderungen stellt. Zum einen das Tragen der schweren Schulranzen und zum anderen das ständige Sitzen, was vor allem die jüngeren Schulkinder belastet. Daher ist es umso wichtiger, bei der Wahl der Schultasche, des Schreibtisches und Bürostuhls im heimischen Kinderzimmer sowie in der Schule auf die Ergonomie zu achten. Interessant ist zudem, dass selbst bei Kleinkindern Rückenschmerzen auftreten. Doch mit knapp 3% ist der Anteil sehr gering.

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