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Währungsreserven: Schweizerische Nationalbank erhöht Rückstellungen

waehrungsreserven-schweizerische-nationalbank-erhoeht-rueckstellungen Währungsreserven: Schweizerische Nationalbank erhöht RückstellungenDie Schweizerische Nationalbank (SNB) hat die Rückstellungen für Währungsreserven erhöht. Demnach soll “eine jährliche Mindestzuweisung von 8 Prozent der Rückstellungen vorgenommen werden”, teilte die SNB am Montag mit. Für die Festlegung der jährlichen Zuweisung soll weiterhin “das Doppelte des durchschnittlichen nominellen Wirtschaftswachstums der letzten fünf Jahre herangezogen werden”.

Da das Bruttoinlandsprodukt in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich “nur 1,9 Prozent” Wachstum verzeichnete, käme “für das Geschäftsjahr 2016 der Mindestsatz von 8 Prozent zur Anwendung”. Das entspräche einer Zuweisung von 4,6 Milliarden Schweizer Franken (rund 4,2 Milliarden Euro). Die Rückstellungen für Währungsreserven würden dadurch von 58,1 auf 62,8 Milliarden Franken steigen.

Gemäss Nationalbankgesetz bildet die SNB Rückstellungen, die es erlauben, die Währungsreserven auf der geld- und währungspolitischen Höhe zu halten. Die Zuweisung an die Rückstellungen erfolgt unabhängig vom Jahresresultat. Das provisorische Jahresergebnis der Nationalbank wird am 9. Januar 2017 bekanntgegeben werden.

Nationalbank behält expansive Geldpolitik unverändert bei

Die Schweizerische Nationalbank belässt ihre Geldpolitik unverändert expansiv. Der Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank beträgt weiterhin −0,75% und das Zielband für den Dreimonats-Libor bleibt bei −1,25% bis −0,25%. Gleichzeitig ist die Nationalbank bei Bedarf weiterhin am Devisenmarkt aktiv, wobei sie die gesamte Währungssituation berücksichtigt. Die expansive Geldpolitik der Nationalbank verfolgt das Ziel, die Preisentwicklung zu stabilisieren und die Wirtschaftsaktivität zu unterstützen. Der Negativzins und die Bereitschaft der Nationalbank, am Devisenmarkt einzugreifen, dienen dazu, Anlagen in Schweizer Franken weniger attraktiv zu machen und so den Druck auf den Franken zu verringern. Der Franken bleibt weiterhin deutlich überbewertet.

Inflationsprognose Währungsreserven: Schweizerische Nationalbank erhöht Rückstellungen

Die neue bedingte Inflationsprognose hat sich gegenüber September in der kurzen Frist leicht nach unten verschoben. Dies spiegelt vor allem die etwas tiefer als erwartet ausgefallene Inflation im Oktober und November wider. Trotzdem erwartet die Nationalbank für 2016 unverändert eine Inflationsrate von –0,4%. Für 2017 sinkt die Prognose aber auf 0,1% gegenüber den im letzten Quartal prognostizierten 0,2%. Für 2018 erwartet die Nationalbank nun eine Inflation von 0,5%, verglichen mit 0,6% im Vorquartal. Die bedingte Inflationsprognose beruht auf der Annahme, dass der Dreimonats-Libor über den gesamten Prognosezeitraum bei –0,75% bleibt.

Weltwirtschaft wird sich 2017 weiter erholen

Die Weltwirtschaft hat sich im Rahmen der Erwartungen der Nationalbank weiter erholt. In den USA lag das BIP-Wachstum im dritten Quartal wieder deutlich über dem Potenzial. Die Lage am Arbeitsmarkt verbesserte sich zudem weiter. Auch die anderen grossen Wirtschaftsräume wiesen im dritten Quartal eine positive Wirtschaftsentwicklung aus. In der Eurozone und in Japan setzte sich das moderate Wachstum fort. In China blieb das Wachstum dank verschiedener fiskalpolitischer Massnahmen stark. In Grossbritannien waren die konjunkturellen Auswirkungen des Brexit-Entscheids bisher weniger ausgeprägt als befürchtet.

Die Nationalbank geht davon aus, dass sich das moderate Wachstum der Weltwirtschaft im Jahr 2017 fortsetzen wird. Das Basisszenario für die Weltwirtschaft unterliegt jedoch weiterhin erheblichen Risiken. Strukturelle Probleme in verschiedenen Industrieländern könnten zu Verwerfungen führen. Hinzu kommen zahlreiche politische Unsicherheiten, welche insbesondere mit der künftigen Ausgestaltung der Wirtschaftspolitik in den USA, mit anstehenden Wahlen in mehreren Ländern der Eurozone sowie mit den komplexen und aufwendigen Austrittsverhandlungen Grossbritanniens mit der EU verbunden sind.

In der Schweiz nahm das BIP gemäss der ersten Quartalschätzung im dritten Quartal um annualisiert 0,2% zu. Dieser geringe Zuwachs ist auch vor dem Hintergrund des hohen Wachstums im zweiten Quartal zu verstehen. Im Vorjahresvergleich legte das BIP im dritten Quartal um 1,3% zu. Insgesamt deuten die Konjunkturindikatoren auf die Fortsetzung einer moderaten Erholung in der Schweiz hin. Sie stehen somit im Einklang mit unserer bisherigen Prognose eines BIP-Wachstums von rund 1,5% für das gesamte Jahr 2016. Die Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt stützen diese Sicht. Die saisonbereinigte Arbeitslosenquote blieb bis November bei 3,3% stabil. Umfragebasierte Indikatoren zur Arbeitsnachfrage erholten sich weiter.

Die Aussichten für das nächste Jahr sind verhalten positiv. Insgesamt rechnet die SNB auch für 2017 mit einem BIP-Wachstum von rund 1,5%. Aufgrund der internationalen Risiken ist auch die Prognose für die Schweiz weiterhin von bedeutenden Unsicherheiten gekennzeichnet.

Das Wachstum am Hypothekar- und Immobilienmarkt ist in den vergangenen sechs Monaten auf einem relativ tiefen Niveau in etwa konstant geblieben. Gleichzeitig sind die Ungleichgewichte auf diesen Märkten aufgrund der Entwicklung der Fundamentalfaktoren insgesamt leicht gesunken. Die Ungleichgewichte sind jedoch immer noch ähnlich hoch wie im Jahr 2014, als der sektorielle antizyklische Kapitalpuffer auf 2% festgelegt wurde. Die Nationalbank beobachtet die Entwicklungen auf diesen Märkten weiterhin aufmerksam und prüft regelmässig, ob der antizyklische Kapitalpuffer angepasst werden muss.

Foto: Schweizer Franken, über dts Nachrichtenagentur

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