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Wagenknecht kritisiert Format des TV-Duells

Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag, Sahra Wagenknecht, bezweifelt den Nutzen eines TV-Duells im althergebrachten Format. Die Fernsehdebatte zwischen Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Martin Schulz (SPD) sei gewesen “wie der gesamte Wahlkampf: spannungsfrei, erwartbar, großkoalitionär”, schreibt Wagenknecht in einem Beitrag für “Zeit-Online”. Nur an wenigen Stellen seien überhaupt Unterschiede erkennbar gewesen.

“Stattdessen plätscherte das Gespräch in gepflegter Langeweile dahin.” Wesentliche Themen “wie Niedriglöhne, ungesicherte Jobs und Altersarmut” seien von Merkel komplett ausgeblendet worden. Schulz hingegen habe zwar Ungerechtigkeiten moniert, aber keine konkreten Vorschläge für eine bessere Politik gemacht. Es sei weder für Merkel noch für Schulz ein Thema gewesen, dass heute “etwa 40 Prozent der Bevölkerung in Deutschland weniger Einkommen haben als Ende der neunziger Jahre”, wie Zahlen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zeigten. Auch die wachsende Altersarmut sei ausgeblendet worden, schreibt Wagenknecht. Wer eine wirkliche Auseinandersetzung wolle, hätte alle Spitzenkandidaten der im Bundestag vertretenen Parteien einladen müssen. “In anderen Ländern sind solche großen Fernsehdebatten völlig normal.” Einziger Erkenntnisgewinn für Wagenknecht: “Warum es in Deutschland keine Wechselstimmung gibt, sollte spätestens nach dieser Sendung niemanden mehr wundern. Wie soll denn Wechselstimmung aufkommen, wenn der Herausforderer der Kanzlerin allzu offensichtlich gar nicht für einen politischen Wechsel steht, sondern an der Politik der Amtsinhaberin nichts Grundlegendes ändern will?”

Foto: Sahra Wagenknecht, über dts Nachrichtenagentur

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