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Fondsdiscount – Kostenfallen bei Fonds vermeiden

Fonds enthalten oft Kosten, die von Privatpersonen nicht so einfach durchschaut werden können. Neben den jährlich anfallenden Kosten für das Management und der Verwaltung eines Fonds gehört hier vor allen Dingen der Ausgabeaufschlag, der zu einem großen Kostenfaktor beim Kauf eines entsprechenden Investmentfonds werden kann. Aus diesem Grund sollten Anleger sehr genau darauf achten, wie viel Fondsdiscount vom jeweiligen Fondsvermittler gewährt wird.

Worum handelt es sich beim Ausgabeaufschlag?

Der Ausgabeaufschlag gehört zu den größten Kostenfallen im Fondsgeschäft und beeinflusst die Rendite massiv. Er fällt fast ausschließlich bei Fonds an, die aktiv gemanagt werden. Den Investmentgesellschaften entstehen Kosten für den Vertrieb der Fonds. Ihre Vertriebspartner erhalten eine entsprechende Provision, wenn sie einen Fonds an einen Anleger vermitteln. Die Kosten für diese Provision versuchen sie mit Hilfe des Ausgabeaufschlags abzudecken.

In den meisten Fällen wird er bei der Beschreibung des Fonds im Fondsprospekt als Prozentwert angegeben. Bei manchen Anbietern findet man ihn auch unter dem Begriff „Agio“. Bei dem Wert handelt es sich in den meisten Fällen um den Nettowert, in seltenen Fällen wird aber auch der Bruttowert angegeben. Ein entsprechender Hinweis darauf findet sich in der Beschreibung des Fonds. Doch was ist der Unterschied zwischen den beiden Methoden?

  • Nettowert: Fonds haben einen Ausgabepreis und einen Rücknahmepreis. Der Ausgabepreis ist der aktuelle Preis, der für den Erwerb eines Anteils an einem Investmentfonds zu zahlen ist. Der Rücknahmepreis eines Fonds ist der Preis, der bei einem Verkauf von Fondsanteilen ausbezahlt wird. Er entspricht dem Anteilswert, von dem eventuell noch eine Rücknahmegebühr abgezogen wird. Bei der Nettowert-Berechnung wird der Ausgabeaufschlag als Prozentsatz bezogen auf den Rücknahmepreis angegeben.
  • Bruttowert: Bei der Berechnung der Gebühren aufgrund des Bruttowertes bezieht sich der Ausgabeaufschlag auf den Ausgabepreis. Daher bedeuten 4 Prozent Aufschlag auf den Bruttowert höhere Gebühren als 4 Prozent auf den Nettowert.

Der Ausgabeaufschlag muss nicht bei allen Fondsvermittlern bezahlt werden

Für Anleger lässt es sich mittlerweile einfach vermeiden, einen Ausgabeaufschlag auf einen Fonds zu bezahlen. Das Erfolgsgeheimnis dabei lautet, sich einen entsprechenden Fondsvermittler zu suchen, der vollständig rabattierte Gebühren für Ihr Depot anbietet.

Dazu gehört auch der sogenannte Fondsdiscount. Dieser Begriff beschreibt, wie viel Preisnachlass auf den Ausgabeaufschlag des Fonds vom Fondsvermittler gewährt wird. Oft bieten die Anbieter hier einen Fondsdiscount in der Höhe von 100 Prozent an oder anders ausgedrückt: Tausende Investmentfonds sind beim richtigen Anbieter auch ohne Ausgabeaufschlag im Internet erhältlich.

So viel Geld lässt sich in der Praxis sparen

5 Prozent Ausgabeaufschlag klingt im ersten Moment nicht nach sehr viel Geld beim Kauf von Fondsanteilen. Doch an einem Praxisbeispiel zeigt sich schnell, wie groß der Unterschied ist, wenn der Aufschlag nach der Brutto- bzw. der Nettomethode berechnet wird oder im Gegensatz dazu komplett entfällt:

Ein Anleger möchte beispielsweise 2.000 Euro in einen Fonds mit einem Ausgabeaufschlag von 5 Prozent investieren. Nach der Nettomethode erhält er hier für seinen Geldeinsatz lediglich Fondsanteile im Wert von 1.904,76 Euro, denn der Ausgabeaufschlag wird auf den Wert der Fondsanteile berechnet. 5 Prozent sind in diesem Fall 95,24 Euro. Bei der Bruttomethode fallen gleich Gebühren in der Höhe von 100 Euro an und der Wert der Fondsanteile beträgt lediglich 1.900 Euro. Mit einem Fondsdiscount in der Höhe von 100 Prozent lassen sich somit bei diesem Beispiel Kosten in der Höhe von bis zu 100 Euro einsparen.

Das hat neben dem Einmaleffekt auch noch positive Konsequenzen auf die Folgejahre. Denn schließlich macht es bei entsprechenden Kursgewinnen und Dividendenzahlungen einen erheblichen Unterschied, ob diese von einem Ausgangswert von 1.900 Euro oder 2.000 Euro berechnet werden.

Fazit: Es gibt viele Faktoren, die es beim Kauf von Anteilen in einem Investmentfonds zu berücksichtigen gibt. Einer der allerersten Blicke sollte jedoch immer auf den jeweiligen Ausgabeaufschlag des Fonds erfolgen, um unliebsame Überraschungen in Form hoher Gebühren zu verhindern.

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