Es gibt Milliarden von Websites. Alle 60 Sekunden werden 347 neue WordPress-Blogs und 571 neue Websites gelauncht (Quelle: qmee.com). Jede dieser Webseiten braucht ein Zuhause.
Homepage oder Power-Webshop: Webspace bietet Online Auftritt ein Zuhause
Ob Homepage des privaten Anwenders, Online Auftritt einer kleinen Firma mit nur wenigen Webseiten oder die Internetpräsenz eines großen Unternehmens mit einer Fülle von Inhalten – vielleicht auch ein Online Shop mit Tausenden Produkten – jeder Online Auftritt benötigt entsprechenden Speicherplatz, auf dem die Dateien und Inhalte abgelegt werden. Diesen Speicherplatz, der auch als Webspace bezeichnet wird, stellt ein Webhosting Provider (Hoster oder Webhosting Anbieter) in unterschiedlicher Größe und Ausstattung bereit. Seitenbetreiber können diesen Webspace bei einem Hoster mieten. Dabei stellt der Hosting Provider dem Kunden das von ihm gewählte Produkt in der gewünschten Ausstattung und mit den dazu vereinbarten Dienstleistungen für eine vereinbarte Vertragsdauer zur Verfügung. Der Markt bietet hierzu eine schier unübersehbare Fülle von verschiedenen Hosting Angeboten. Die Palette der Angebote für Webspace reicht dabei von nur wenigen Megabyte Speicherplatz mit begrenztem Traffic-Aufkommen über diverse Hosting-Pakete mit Homepage-Baukästen bis zu kompletten Servern in unterschiedlicher Ausführung.
Schwierige Aufgabe: Das passende Hosting Konzept finden
Gerade Existenzgründer und Startups stehen hier vielfach vor der Frage: Welches Hosting Paket oder welchen Typ von Server soll für die eigene Online Präsenz zum Einsatz kommen? Für Laien wird es schnell zum Problem, aus dieser riesigen Angebotsvielfalt den Hoster zu finden, der das technisch sinnvollste Produkt mit dem bestmöglichen Service zum fairsten Preis bietet.
Zunächst gilt es jedoch Klarheit über das Konzept des Onlineauftritts zu schaffen, denn welches Paket und welche Hosting Technik dabei zum Einsatz kommt, bestimmt letztendlich der Internet Auftritt selbst. Eine private Homepage stellt andere Anforderungen an das Webhosting als eine Website zur Präsentation hochwertiger Fotos, während die Webpräsenz eines mittelständischen Wirtschaftsunternehmens vielfach ganz andere Bedingungen stellt als ein Webshop.
Eigener Server liegt im Trend, doch die richtige Entscheidung fällt schwer
Der Trend geht derzeit dahin, dass der eigene Webserver im professionellen Bereich zum neuen Standard wird. Aufgrund des recht heftig geführten Preiskampfes der großen Hoster ist es augenblicklich möglich, dass man schon mit relativ geringem finanziellem Aufwand einen eigenen Server mieten kann. Kunden, die sich dafür interessieren, statt eines gewöhnlichen Hosting-Paketes einen eigenen Server zu mieten, haben nicht nur die Wahl zwischen einer Vielzahl von Anbietern, sondern zunächst einmal auch zwischen einigen verschiedenen Servertypen. Die Palette reicht dabei vom kostengünstigen virtuellen Server bis zu einem hochperformanten Root-Server oder dem Cloud Hosting Konzept mit skalierbaren Ressourcen, bei dem sich sogar die komplette IT-Infrastruktur des Unternehmens in der Cloud betreiben lässt.
wirtschaft.com klärt auf und liefert Entscheidungshilfe bei der Server Auswahl
Neulinge sehen sich mit Erklärungen der verschiedenen Fachbegriffe und Servertypen bzw. der Konzepte konfrontiert, die hinter den Servertypen stehen. Auch die verschiedenen Abrechnungsmodelle und -modalitäten stiften oft Verwirrung und so kommt es bei Neueinsteigern und Existenzgründern vielfach zu Unsicherheit und nicht selten fällt die Entscheidung für das falsche Produkt, was sich oft, zumindest innerhalb der Vertragslaufzeit, nur schwer korrigieren lässt.
Mit unserer neuen Serie über Webserver auf wirtschaft.com wollen wir uns genau diesem Thema widmen. Alle, die vor der Entscheidung für oder gegen einen Webhosting Provider oder ein bestimmtes Servermodell stehen, finden hier umfassende Informationen. Wir erklären die wichtigsten Begriffe im Bereich Webserver und erläutern die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Servertypen. Darüber hinaus zeigen wir, was bei der Serverauswahl und dem dahinterstehenden Service-Konzept zu beachten ist und geben Ratschläge und Praxistipps, worauf beim Server-Umzug von einem Webhosting Anbieter zu einem anderen geachtet werden sollte, denn nicht selten gibt es auch hierbei einige Hürden und Fallstricke zu überwinden.
Server-Typen – ihre Vor- und Nachteile
Die Webhosting Provider halten eine Vielzahl fertig konfigurierter Hostingpakete für die verschiedensten Bedürfnisse bereit. Die Palette reicht dabei vom Shared Hosting Paket bei einem Massenhoster, bis zur Profilösung mit eigenem Server, den der Kunde nach seinen Wünschen und Bedürfnissen konfigurieren kann.
Bei der Auswahl des Hosting Paketes haben Kunden also nicht nur die Wahl zwischen verschiedenen Hosting Anbietern, sondern zunächst die Aufgabe, sich für die Art des Servers zu entscheiden. Die grobe Einteilung der Servertypen erfolgt dabei in fünf große Gruppen, die zum Teil gravierende Unterschiede aufweisen:
- Shared Server
- Dedicated Server (Root Server)
- Managed Server
- virtueller Server (vServer)
- Cloud Hosting
Für die breite Masse oft ausreichend: Shared Hosting
Der bei weitem größte Teil der Websites wird im Shared Hosting betrieben. Shared Hosting wird von fast allen Webhosting Providern angeboten. Hierbei teilen sich mehrere Hosting-Kunden die Ressourcen (CPU, RAM) und den Speicherplatz eines Servers beim Provider. Während Speicher heute kaum mehr eine Rolle spielt und selbst die Nutzung speicherintensiver Inhalte wie HD-Aufnahmen kein Problem darstellt, liegt die Schwierigkeit beim Shared Hosting darin, dass die Kunden auch die Bandbreite der Internetanbindung des Shared Servers teilen.
Dadurch kann es je nach Größe der Website und nach Zeitpunkt des Zugriffs zu unterschiedlich langen Ladezeiten kommen, die bei professionellen Auftritten mit hohem Trafficaufkommen schnell hinderlich sein können. Kein Kunde wartet heute noch geduldig, wenn sich die Website eines Online Shops nur sehr schleppend öffnen lässt. Shared Hosting Angebote eignen sich deshalb in der Regel eher für den privaten Bereich und für geschäftliche Websites mit relativ geringem Besucheraufkommen.
Wenn Shared Hosting nicht ausreicht: Dedicated Hosting
Wer ein professionelles Internet-Projekt mit anspruchsvollen Applikationen, komplexen Inhalten sowie viel Traffic betreiben möchte, für den sind in der Regel die Shared-Hosting Angebote nicht ausreichend. In diesen Fällen muss man vielmehr einen eigenen Server mieten, was zahlreiche Vorteile bietet. Dazu gehört unter anderem der umfassende 24/7-Support, denn höchste Verfügbarkeit ist eine der grundlegenden Anforderungen, die Kunden mit kommerziellen Webauftritten an Web Hosting Provider stellen.
Dedicated Server als Profi-Lösung
Beim Decated Webhosting handelt es sich um die Königsklasse, denn bei dieser Art des Webhostings steht dem Kunden die entsprechende Hardware dediziert (lat. gewidmet, zugeordnet) also exklusiv und in der Regel für einen bestimmten Zweck zur Verfügung. Der Webhosting Provider vermietet einen Server mit den entsprechenden Ressourcen direkt an den Kunden und kümmert sich lediglich um die Belange des reibungslosen Betriebs der Hardware wie Stellplatz, Stromversorgung oder Kühlung.
Da ein dediziertet Server nur für einen Kunden bereitgestellt wird und auch die Bandbreite für den Datenverkehr zum Server nur für das oder die darauf gehosteten Projekte dient, besticht diese Form des Webhosting mit herausragender Performace, die allerdings auch ihren Preis hat. Kunden erhalten hier in der Regel Root-Rechte und müssen ihren Dedicated Server selbst administrieren, verwalten und warten, weshalb man auch von einem Root Server spricht. Dies setzt natürlich entsprechende Kenntnisse LINUX bzw. Windows-Kenntnisse voraus, die nicht jeder Kunde hat. Weshalb sich als Alternative der Managed Server anbietet.
Managed Server: mehr Service, höhere Kosten, geringeres Ausfallrisiko
Beim Managed Server erhält der Kunde zwar seinen eigenen Server, jedoch erfolgt die Systemadministration, also die Verwaltung und Wartung des Servers durch den Provider. Der Provider übernimmt ebenfalls die Verantwortung für Ausfall und Stillstandszeiten aufgrund von Hardwareproblemen. Managed Server eignen sich für Kunden, die aufgrund fehlender Zeit oder Know-Hows nicht die Möglichkeit zur Nutzung eines eigenen Root Servers haben.
Da hier von Seiten des Providers ein erhöhter Aufwand entsteht, sind die Kosten für einen Managed Server naturgemäß höher als beim klassischen Root Server, jedoch profitieren Anwender vom Know-How des Providers, was im Havariefall äußerst hilfreich sein kann.
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