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Weltbild – Insolvenz trifft Österreich-Tochter nicht

Weltbild VerlagWien - 1948 als Winfried-Werk GmbH gegründet, verlegte der Verlag zunächst katholische Zeitschriften. 1987 kam es aufgrund der sinkenden Nachfrage zu einer Neuorientierung und Umstrukturierung, die Weltbild Verlag GmbH entstand. Als Gesellschaft des Unternehmens treten zwölf katholische Diözesen, der Verband der Diözesen Deutschlands und das katholische Militärbischofsamt Berlin auf. Die Weltbild plus Medien Vertriebs GmbH & Co. KG, ein Tochterunternehmen mit Sitz in München, koordiniert die rund 330 Filialen in Deutschland, –sterreich und in der Schweiz. Am 10. Jänner stellte die Verlagsgruppe nun den Insolvenzantrag.

–sterreichs Liquiditätslage ist gut


Angela Schünemann, Geschäftsführerin erklärte, dass die wirtschaftliche Situation der Tochterunternehmen in –sterreich und der Schweiz gerade nach dem Weihnachtsgeschäft sehr gut wäre: „Alle Geschäftsfelder des Multichannel-Medienhändlers werden weitergeführt.“ Weltbild –sterreich sei ein gesundes Unternehmen und schuldenfrei. „Das Ergebnis des letzten Weihnachtsgeschäfts liegt über dem des Vorjahres. Nach Informationen vom Freitag kommt bereits diese Woche die nächste geplante Warenlieferung für die Filialen. Die Liquiditätslage der österreichischen Gesellschaft ist direkt nach dem erfolgreichen Weihnachtsgeschäft gut“, führt sie weiter aus. Auch die Ergebnisse aus dem Online Geschäft seien in –sterreich stimmig. Die Zahl der Aufträge sei gegenüber dem Vergleichsmonat des Vorjahrs um 9,91 Prozent gestiegen. Der Jahresumsatz in –sterreich lag bei 86 Millionen Euro, die in 27 Filialen erwirtschaftet wurden. Insgesamt beschäftigt Weltbild in –sterreich 200 Mitarbeiter. Aber nicht nur die österreichische und schweizerische Tochter sind von der Insolvenz nicht betroffen, sondern auch das Internet-Tochterunternehmen buecher.de und die Filialen.

Grund für Insolvenz

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Es waren unerwartet hohe Verluste, die die Diözesen veranlassten, die finanzielle Unterstützung zu stoppen, was letztendlich zur Insolvenz führte. Peter Beer, Generalvikar des Erzbistums München erklärte, dass in den kommenden drei Jahren bis zu 160 Millionen Euro für eine mögliche Sanierung aufgebracht hätten werden müssen. Für die Entschuldung sei ein weiterer Betrag in zweistelliger Millionenhöhe nötig. "Die Gesellschafter stehen in dieser schwierigen Situation zu ihrer sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern", erklärte Beer weiter und garantierte, Mittel zur Verfügung zu stellen, um Härtefälle aufzufangen. Als Insolvenzverwalter wurde Arndt Geiwitz eingesetzt, der auch den Geschäftsbetrieb weiterführen und Sanierungsmöglichkeiten prüfen wird. Er war bereits als Insolvenzverwalter bei der Drogeriekette Schlecker tätig. Insgesamt werden in Deutschland 6.300 Mitarbeiter beschäftigt. Die deutsche Gewerkschaft Verdi verurteilte die Haltung der Gesellschafter. Das Unternehmen sei schon seit langer Zeit zwischen die Fronten geraten. Einerseits seien wirtschaftliche Zwänge vorhanden und andererseits Vorstellungen der Kirche. Der Unmut der Diözesen wurde nicht zuletzt durch den Vertrieb esoterischer und sexuell angehauchter Bücher hervorgerufen.

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