Wieder im Mittelpunkt: Siemens

Wieder im Mittelpunkt: Siemens

Wieder im Mittelpunkt: SiemensBerlin – Erst im Sommer 2013 ließ Siemens mit dem Abgang von Peter Löscher aufhorchen. Der Aufsichtsrat verabschiedet sich vom Siemens-Chef, nachdem er im laufenden Geschäftsjahr bereits zweimal die Gewinnprognose nach unten korrigieren musste. Nicht nur die schlechte Wirtschaftslage bereitet Siemens Probleme, sondern auch die Marktsituation bei den erneuerbaren Energien. Im Bereich Energie ist der Abbau von 1.700 Stellen geplant. Bei der Solartechnik liegen die Verluste bei 300 Millionen Euro. Zum Nachfolger von Peter Löscher wurde Joe Kaeser bestellt. Ebenfalls sorgten 2013 die Gehälter der Siemens Manager für Aufregung. So forderte ein Manager, während die Löhne von Mitarbeitern gekürzt wurden, eine 30prozentige Erhöhung der Manager-Gehälter. Eine Zahl, die die Situation verdeutlicht, stellt das Jahreseinkommen 2012 des verabschiedeten Löscher dar: 7,87 Millionen Euro. Nun lässt das Bahngeschäft von Siemens aufhorchen. Rote Zahlen bedingen einen Personalabbau.

Rotes Signal bei der Siemens Bahn

Löschers Anliegen war es, durch ein entsprechendes Kostensenkungsprogramm eine Umsatzrendite von 12 Prozent zu erreichen. Im Zuge seiner Korrekturen, musste er eingestehen, auch dieses Ziel verfehlt zu haben. Verzögerungen bei wesentlichen Projekten hätten zum Verlust in der Bahnsparte geführt, heißt es seitens des Konzerns. Am Standort Erlangen sollen 340 Stellen abgebaut werden, Krefeld wird folgen. Darunter werden sich auch erfahrene Mitarbeiter befinden, denn in Erlangen werden vor allem Projektmanagement und Kundenunterstützung durchgeführt, aber auch Dienstleistungen aus dem Ingenieurwesens getätigt. Der Wunsch von Kaeser sei es, ohne betriebsbedingte Kündigungen auszukommen, aber der Stellenabbau, speziell in Erlangen, ist bereits fix.

Hoffnung kommt aus Großbritannien

Hoffnung gibt die größte Bestellung in der Geschichte von Siemens, die im Juni 2013 beim Konzern eintraf: 1.140 Regionalzugswagen für Großbritannien, Auslieferungswert 1,8 Milliarden Euro. Durch das Wartungsabkommen beläuft sich der Auftrag auf rund 3 Milliarden Euro. Die ersten Züge sollen 2016 in Betrieb gehen. Zu hoffen, dass es nicht ebenfalls zu technischen Verzögerungen kommt, wie es bei der Auslieferung der neuen ICE-3 für die Deutsche Bahn der Fall war, die bereits 2011 erfolgen hätte sollen. Erst im August 2013 wurde mit dem Zulassungsverfahren begonnen. Allein in den ersten drei Quartalen 2013 entstanden durch die Verzögerung Kosten von 260 Millionen Euro für Siemens. Pünktlichkeit zeigte Siemens indes in Russland. Der speziell für das russische Klima gerüstete Desiro RUS, ein Regionalzug, wurde zeitgerecht ausgeliefert und in Betrieb genommen. Russland gibt Siemens auch weiterhin Hoffnung, sollen doch bis 2030 insgesamt 23.000 Lokomotiven und 24.000 Regionalzüge gekauft werden. Vielleicht schalten die roten Signalleuchten bei der Sparte Bahn bald wieder auf Grün um, dann färben sich die Zahlen auch wieder in tiefes Schwarz.

Foto: © Siemens AG, München/Berlin

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen