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Wirecard: SPD-Finanzpolitikerin kritisiert Kanzleramt-Engagement

Die SPD-Finanzpolitikerin Cansel Kiziltepe hat eine Intervention des Kanzleramtes in China zugunsten des inzwischen insolventen Finanzdienstleisters Wirecard scharf kritisiert. Das sei „hoch problematisch“, sagte die stellvertretende finanzpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Dienstagausgaben). Mit Blick auf Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), der Wirecard beraten hat, sagte sie: „Dass Karl-Theodor zu Guttenberg es mit der Wahrheit nicht so genau nimmt, ist bekannt. Falls sich das Bundeskanzleramt von ihm überreden ließ, die problematischen Asiengeschäfte von Wirecard zu flankieren, wäre das ein Skandal.“

Das Kanzleramt hatte am Montag Berichte bestätigt, wonach Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einer China-Reise im Herbst 2019 gegenüber ihren Gesprächspartnern Wirecard thematisiert hatte. Der Zahlungsabwickler hatte im Juni mutmaßliche Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt. Die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen mehrere ehemalige und aktive Manager. Kiziltepe forderte auch von Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) Aufklärung. Man müsse sich mit der Frage beschäftigen, was bei der Aufsicht der Wirtschaftsprüfer schief gelaufen sei, sagte sie. „Als oberster Aufseher der Prüfer ist Peter Altmaier für die Qualität von Wirtschaftsprüfungen verantwortlich. Betrug in diesem Ausmaß bei einem DAX Konzern darf nicht möglich sein“, mahnte die Finanzexpertin.

Foto: Bundeskanzleramt, über dts Nachrichtenagentur

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