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Wo geht es in Deutschland auf die Datenautobahn?

Deutschland zählt in vielen Branchen der Wirtschaft zur Weltspitze und setzt bestimmt in einer Vielzahl von Disziplinen die Trends. In der Computerwirtschaft allerdings hinkt die Bundesrepublik anderen Industrienationen weltweit regelmäßig hinterher. Selbst in Europa gibt es eine Reihe von Nationen, in denen die Unternehmen der IT-Branche und alle Anwender, die auf schnelle und günstige Internetverbindungen angewiesen sind, wesentlich bessere technische Rahmenbedingungen vorfinden.

Die Geschwindigkeit von Internetverbindungen: Deutschland auf Platz 20


Eins der größten Mankos, die sowohl deutsche Unternehmen als auch private Anwender regelmäßig beklagen, ist die geringe Geschwindigkeit der verfügbaren Internetverbindungen. Laut des vom Unternehmen Akamai erstellten Reports „State of the Internet“ zum ersten Quartal 2013 liegt die Bundesrepublik Deutschland im Ranking der Länder mit dem schnellsten Internetzugang mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 6,9 MBit/s weit abgeschlagen auf Platz 20. (siehe statista Infografik).

Akamai gilt als einer der weltweit größten Anbieter für die Auslieferung und Beschleunigung von Online-Anwendungen und Online-Inhalten. Das Unternehmen analysiert laufend die verschiedensten Eckdaten der weltweiten Internetnutzung und erstellt einen vierteljährlichen Report State of the Internet, der u.a. Auskunft gibt über den Stand der Sicherheit, der Verbindungsgeschwindigkeit sowie über die globale Verteilung fester und mobiler Internetanbindungen.

Auch die USA nur Mittelmaß: Südkorea & Japan Spitze


An der Spitze der Rangliste der Nationen mit den schnellsten Internetzugängen liegt Südkorea mit durchschnittlich 14,2 Mbit/s mit großem Abstand vor Japan mit 11,7 Mbit/s und Hongkong mit 10,9 MBit/s durchschnittlicher Internetbandbreite. Aber auch in unseren unmittelbaren Nachbarländern können User deutlich schneller surfen. Auf Platz 1 in Europa findet sich dabei die Schweiz mit 10,1 MBis/s vor den Niederlanden mit 9,9 MBit/s. Die beiden europäischen Spitzenreiter werden verfolgt von Lettland mit 9,8 MBit/s und Tschechien mit 9,6 MBit/s. Sicher erstaunt die relativ schlechte Platzierung der USA, denn die Vereinigten Staaten als einer der Technologieführer im Bereich IT landen mit dem 10. Platz in diesem Ranking ebenfalls erstaunlich weit hinten.

Wo bleibt die versprochene Datenautobahn?


Einer der Gründe für Deutschlands schlechtes Abschneiden ist der nur schleppend voranschreitende Ausbau der Breitbandnetze. Zwar verfügen gegenwärtig rund 84% der deutschen Bevölkerung über einen Internetanschluss, jedoch das erklärte Ziel der Bundesregierung, bis zum Jahr 2014 mindestens 75% der Bürger in Deutschland mit einem Anschluss zu versorgen, der 50 MBit/s Downloadgeschwindigkeiten zulässt, scheint derzeit noch in weiter Ferne zu liegen. Es zeichnet sich immer deutlicher ab, dass Deutschland in absehbarer Zeit nicht zur digitalen Weltspitze aufschließen kann und die Datenautobahn wohl noch auf längere Sicht eher eine Landstraße bleiben wird

Wie sieht die Versorgung mit Internetanschlüssen aus?


Auch im Bereich der Versorgung mit Internetanschlüssen gibt es in Deutschland noch eine Menge Nachholbedarf. Während bei uns die erwähnten 84% Bürger (Platz 19 im internationalen Vergleich) Zugang zum Internet haben, liegen hier die skandinavischen Staaten Island, Norwegen, Dänemark und Schweden mit einer Fast-Vollversorgung jenseits der 93 Prozent an der Spitze. Noch dramatischer ist der Rückstand beim schnellen mobilen Internet.

Laut einer Studie der International Telecommunication Union (ITU) kommen bei uns gerade einmal 41 mobile Breitband-Anschlüsse auf 100 Bewohner. Dies bedeutet, dass Deutschland abgeschlagen auf Platz 40 rangiert. Sogar Länder wie Griechenland und Kasachstan sind hier besser platziert.

Bis 2020 weltweit jeder Bürger am Netz?


Unsere zweite Grafik zeigt die derzeitige Verteilung der weltweiten Versorgung mit Internet-Anschlüssen. Hier wird deutlich, dass im europäischen Durchschnitt zwei Drittel (63%) der Menschen über einen Zugang zum Internet verfügen, während in Afrika nur jeder Sechste Einwohner (16%) am Netz ist. Hier führt Nordamerika mit 79% vor Australien (68%) und Europa (63%).



Der Google Executive Chairman
Eric Schmidt prophezeit, dass bis zum Jahr 2020, jeder Bürger auf der Welt Zugang zum Internet haben wird, woran jedoch gezweifelt werden darf, denn das würde bedeuten, innerhalb von 7 Jahren zwei Drittel der Weltbevölkerung online zu bringen.



Grafiken: © Statista
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