Albanien soll EU-Mitglied werden

Skanderbeg Platz In TiranaTirana – Bereits 2003 nahm Albanien als erster der sogenannten Beitrittskandidaten Verhandlungen über ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen auf. Damals gab die EU das Versprechen ab, diverse Balkanländer,  inklusive Albanien, in die EU aufzunehmen. Fatos Nano, damaliger, sozialistischer Regierungschef, sprach 2005 die Hoffnung aus, dass Albanien 2014 endgültig in die EU aufgenommen werde. 2009 trat Albanien der Nato bei und reichte im selben Jahr vor den Parlamentswahlen den formellen Antrag auf Mitgliedschaft ein.

Vergebene Chancen

Auf die Parlamentswahlen 2009 folgte in Albanien eine politische Krise, die die Beziehungen zwischen dem Land und der EU massiv beeinträchtigte. Der Status eines Beitrittskandidaten wurde nicht an Albanien vergeben. Im November 2012 stimmte das Europäische Parlament erneut über die Vergabe des Status‘ ab. Albanien sollte mit 69 Stimmen bei einer Gegenstimme den Status zugesprochen bekommen, doch mit der Einschränkung, dass bis Dezember noch einige von der Europäischen Kommission empfohlene Reformen umgesetzt werden müssten. Die Gesetze scheiterten jedoch im Albanischen Parlament. Die Kriterien blieben unerfüllt, die zweite Chance war vertan. Nach den Parlamentswahlen 2013 äußerte Ministerpräsident Edi Rama erneut die Hoffnung auf einen Beitritt innerhalb der nächsten 10 Jahre. Nun heißt es seitens der Kommission: „Die EK (Europäische Kommission) stellte fest, dass Albanien die im Oktober 2012 gestellten Anforderungen für den Statuserhalt eines EU-Beitrittskandidaten erfüllt hat. Am 23. Juni 2013 hat das Land im Zuge der Parlamentswahlen unter Beweis gestellt, das es imstande ist eine reibungslose Umsetzung der demokratischen Prozeduren zu gewährleisten. Mit dieser Begründung hat die EK  dem Rat empfohlen, Albanien den Status eines Beitrittskandidaten zu gewähren.“

Albanien weitere Belastung für die EU?

Beim Gipfel im Dezember wird die endgültige Entscheidung fallen, ob Albanien den Status eines Beitrittskandidaten erhält. Doch ist die Frage, ob Albanien nicht eine weitere Belastung für die Europäische Union darstellt. Der Internationale Währungsfonds beurteilt die Situation in Albanien nicht unbedingt optimistisch: „Wirtschaftliche Schwäche und erhöhte makroökonomische Ungleichgewichte schaffen erhebliche Herausforderungen. Die Staatsverschulung erreicht eine noch nie in Albanien gesehene Ebene.“ Das Finanzsystem des Landes gilt ebenfalls als angeschlagen, 24 Prozent der Kredite sind faul. Doch Albanien ist nicht das einzige als Beitrittskandidat umstrittene Land. Serbien erhielt bereit eine sogenannte Vorbeitrittshilfe in der Höhe von 1,5 Milliarden Euro und steht vor dem Staatsbankrott. Auch Montenegro hat bereits den Kandidatenstatus, ebenso wie Mazedonien. Andere Länder, wie Island hingegen, haben einen möglichen Beitritt zur EU bereits neu überdacht und die Beitrittsgespräche abgebrochen. Wohin entwickelt sich die Europäische Union? Wirtschaftlich schwer abzuschätzen.

Foto: © ollirg – Fotolia

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