Altmetall – nicht nur Schrott

Altmetall - nicht nur Schrott

Umzug, Haushaltsauflösung oder Industrieller Betrieb: Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, bei denen jede Menge Altmetall anfällt. Alte Fahrräder, defekte Waschmaschine oder Geschirrspüler, Autoschrott, Produktionsreste …. – dabei handelt es sich nicht einfach nur um Abfall, sondern zum Teil ist es viel Geld wert.

Deutschland belegt den Spitzenplatz

Deutschland belegt den Spitzenplatz im europäischen Vergleich gemessen an der Masse der recycelten kommunalen Abfälle. Mit dem Begriff Recycling wird die Gewinnung von Rohstoffen aus Abfällen und deren Verwertung zu neuen Produkten beschrieben. Gesondert zu betrachten ist die Verwendung als Brennstoff (energetische Verwertung). Mit 100, 99 und 98 % liegen die Recycling-Quoten für Elektrogeräte, Papier/Pappe und Biomüll besonders hoch.

2016 erwirtschaftete die deutsche Recyclingbranche laut dem Statistischen Bundesamt einen Umsatz von 11 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anteil von 35 % des Gesamtumsatzes der deutschen Entsorgungswirtschaft. Die Recylingbranche umfasst 421 Unternehmen, in denen rund 28.000 Personen beschäftigt sind. Allerdings umfassen die Daten des Statistischen Bundesamtes ausschließlich die privatwirtschaftlichen Recyclingunternehmen, die durch die amtliche Umsatzsteuerstatistik erfasst werden. In diesen können Verbraucher ihr Altmetall verkaufen, sowie anderen Schrott. Im Gegensatz zur allgemeinen Entsorgungswirtschaft ist der deutsche Recyclingmarkt zum größten Teil privatwirtschaftlich organisiert.

In Deutschland stellt das Metallrecycling für die Produktion von Rohstahl, Aluminium und Kupfer eine wichtige Rohstoffquelle dar. Laut einer Statista-Umfrage trennen rund 75 % der Deutschen ihren angefallenen Müll zu Hause und sofern es möglich ist auch unterwegs. Die am häufigsten getrennten Abfallarten sind Restmüll/Hausmüll, Altpapier/Pappe und Altglas.

Was ist Altmetall und was nicht?

Sind die Tage vieler alter und (inzwischen) unbrauchbarer Gegenstände gekommen, dann sollten diese nicht achtlos weggeworfen, sondern fachgerecht entsorgt werden. Unterschieden werden muss dabei, ob es sich um Sperrmüll, Glas oder Gegenstände aus Metall handelt. Denn für jede dieser Materialien gibt es unterschiedliche Entsorgungs- und Recyclingverfahren. Die Wiederverwertung von Altmetall wird durch das wachsende Umweltbewusstsein sowie die steigenden Rohstoffpreise aufgrund der Förderengpässe und dem steigenden Konsum der bevölkerungsreichen Entwicklungsländer immer wichtiger.

Sperrgut und Abfälle aus Metall von Bronze bis Stahl wird als Altmetall bezeichnet. Häufig kommt dafür das Synonym „Schrott“ zum Einsatz. Stahl und Aluminium stellen den größten Anteil an Altmetallen dar und hier handelt es sich zumeist um Bettgestelle, Bügelbretter oder sogar Kinderwägen. Doch auch ein alter Gartengrill oder die Gartenbank aus Metall müssen im Altmetall entsorgt werden, ebenso wie Fahrräder, Zinkeimer, – Kannen und -Wannen. Wer bei einer Haushaltsauflösung Pfannen und Töpfe entsorgen möchte, der kann diese ebenfalls mit dem Altmetall entsorgen. Des Weiteren zählen als Altmetall: Dinge aus Alteisen, Kupfer und Blei, wie bspw. Regenrinnen, Draht, Nägel und Schrauben.

Zudem gibt es Gegenstände, in denen zwar Altmetall enthalten ist, aber die dennoch nicht als Altmetall zu entsorgen sind. Dazu gehören z. B. Druckbehälter, wie Gasflaschen. Ebenfalls davon ausgeschlossen sind alte Elektrogeräte, wie Kühlschränke, Fernseher oder Computer.

Altmetall: Die Nachfrage steigt stetig

Es besteht eine wachsende Nachfrage in Bezug auf Altmetall. Der Grund ist, dass die Aufbereitung immer günstiger wird, während die höheren Förderkosten bzw. die Produktion des entsprechenden Metalls zu höheren Rohstoffpreisen sorgt. Ist eine größere Menge Altmetall abzugeben, dann ist es durchaus möglich, am Altmetallmarkt oder beim Schrotthändler ansehnliche Preise zu erhalten. Diese richten sich nach Metall und Tagespreis und kann durchaus bis zu mehreren Tausend Euro pro Tonne betragen.

Die Preise für Metallschrott unterliegen verschiedenen Faktoren. Daher ist es nicht möglich, diese festzulegen. Zum einen kommt es auf die Metallart an, wobei Kupfer aktuell sehr gefragt ist. Des Weiteren spielt die Qualität bzw. die Höhe der Verunreinigung eine wesentliche Rolle beim Preis. Es gibt eine Vielzahl von Gegenständen, die aus einer Mischung von mehreren Metallen bestehen und daher selten rein sind. Allgemein ist es möglich, für Hartmetall oder Zinnschrott mit einem hohen Zinnanteil höhere Preise zu erzielen, als für Edelstahl oder Aluminiumschrott.

Altmetall MUSS fachgerecht entsorgt werden

Weder in der freien Natur noch im Hausmüll sollte Altmetall entsorgt werden. Verbraucher, die Schrott bzw. Altmetall ordnungswidrig entsorgen, die müssen mit einem Bußgeld rechnen. Dabei variiert die Höhe des Bußgelds je nach Bundesland. Wer beispielsweise in Rheinland-Pfalz ein Elektrogerät oder gar mehrere illegal entsorgt, der muss mit einem Bußgeld zwischen 150 und 2.500 Euro rechnen. In Schleswig-Holstein kostet die illegale Entsorgung von Metallresten zwischen 20 und 50 Euro, während in Mecklenburg-Vorpommern die illegale Entsorgung von Elektro-Geräten bis zu 5.000 Euro kosten kann.

Anstatt sich der Gefahr auszusetzen, Altmetall und/oder Elektrogeräte illegal zu entsorgen und ein Bußgeld zu riskieren, sollte besser ein Altmetallhändler aufgesucht werden oder der nächste Wertstoffhof. Denn so ist es möglich, mit seinem Schrott noch Geld zu machen, anstatt dafür zu bezahlen.

Egal ob Umzug, Haushaltsauflösung oder Entrümpelung. Ein jeder der sich von Altlasten befreit, der wird sich gleich wohler fühlen. Dabei sollte grundsätzlich auf eine fachgerechte Entsorgung geachtet werden. Da Sperrmüll anders recycelt wird, als Altmetall ist dieser entsprechend separat zu entsorgen. Im Übrigen holen viele Altmetallhändler den Schrott direkt Zuhause ab.

3 Gedanken zu „Altmetall – nicht nur Schrott“

  1. Hä, die Recycling-Quote liegt bei etwa 99 %? Das habe ich so noch nie gehört. Altmetall fahre ich immer zum Schrotthandel. Aber wenn ich sehe, was die Nachbarn so in den Restmüll werfen kann ich mir diese hohe Recycling-Quote kaum vorstellen.

  2. Mein Onkel rümpelt zur Zeit seinen Keller aus und es sammelt sich ziemlich viel Altmetall an. Ich wusste gar nicht, dass wenn man Altmetall ordnungswidrig entsorgt, man mit einem Bußgeld rechnen muss. Mein Onkel hat schon bei einem Altmetallhändler angerufen und kriegt so auch für seinen Schrott Geld.

  3. Ich bin wirklich dankbar für diesen aufschlussreichen Artikel. Als Mutter versuche ich, meinen Kindern den Wert von Nachhaltigkeit beizubringen. Es war mir nicht bewusst, dass die unsachgemäße Entsorgung von Altmetall zu Bußgeldern führen kann. Dank des Artikels werde ich nun mein Altmetall fachgerecht entsorgen. Es ist toll zu wissen, dass man mit Altmetall sogar noch etwas Geld verdienen kann. Ein großes Dankeschön für diese wertvollen Informationen!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Nach oben scrollen