Amerikaner, die im Ausland leben, können möglicherweise beeinflussen, ob der ehemalige Präsident Donald Trump oder die Vizepräsidentin Kamala Harris in wichtigen Bundesstaaten gewinnt, so die Daten für die Wahlen 2020. Es wird erwartet, dass die bevorstehenden Wahlen ein enges Rennen werden, so dass die Stimmen in Swing States wie Pennsylvania, Michigan, Wisconsin, Arizona, Nevada, North Carolina und Georgia besonders wichtig sind. Beide Kandidaten haben sich stark auf diese Staaten konzentriert, wobei Trump Berichten zufolge allein in Pennsylvania 132,1 Millionen Dollar für Werbung ausgegeben hat, verglichen mit 31,2 Millionen Dollar auf nationaler Ebene zwischen März und September. Eine Analyse der Daten aus den Wahlumfragen der Wahlunterstützungskommission für die Wahlen 2020 ergab, dass Amerikaner im Ausland einen größeren Einfluss auf die Ergebnisse haben könnten als erwartet. In einigen Bundesstaaten wurde festgestellt, dass die Stimmen aus dem Ausland den Vorsprung zwischen Trump und dem siegreichen Kandidaten Joe Biden übertrafen. In Georgia gewann Biden die Wahl 2020 mit 11.779 Stimmen, während 18.475 Stimmen aus dem Ausland für den Staat gezählt wurden. Auch in Arizona wurden 18.435 Stimmen aus Übersee gezählt, und Biden gewann den Staat mit nur 10.457 Stimmen. „Wenn es bei Präsidentschaftswahlen um mehrere tausend Stimmen in einer Handvoll wichtiger Swing States geht, zählt wirklich jede Stimme… Die Amerikaner im Ausland sind zwar keine große Wählergruppe, aber diese knappen Wahlen der letzten Jahre bedeuten, dass sie in einigen wenigen, eng umkämpften Staaten eine entscheidende Wählergruppe sein könnten“, erklärte Dr. Stephen J. Farnsworth, Professor für Politikwissenschaft und internationale Angelegenheiten. Amerikaner aus Übersee hatten auch einen Einfluss auf die Wahlen im Jahr 2000, als George W. Bush Florida knapp gegen Al Gore gewann, wobei die Stimmen aus Übersee eine Schlüsselrolle spielten. Gore erhielt am Wahltag 202 Stimmen mehr in Florida als Bush, aber Bush erhielt nach Auszählung der Briefwahlstimmen aus Übersee 537 Stimmen mehr in Florida und gewann damit die Präsidentschaft. Gores Kampagne beantragte eine Neuauszählung, doch der Oberste Gerichtshof der USA stoppte diese, da die Zeit bis zum Ablauf der Zertifizierungsfrist nicht ausreichte.
