Bergbauunternehmen stöhnen

Berlin – Nicht nur die Kosten für Energie sind gestiegen, auch Produktion und Finanzierungen sind teurer geworden. Dazu kommt die Konjunkturschwäche in Asien und das langsame Wirtschaftswachstum der Schwellenländer. Die Bergbauunternehmen stöhnen und greifen zu rigorosen Maßnahmen. So werden Explorationsunternehmungen ebenso zurückgeschraubt und aufgeschoben wie der Ausbau von Bergwerken und Minen. Experten befürchten jedoch, dass die gesetzten Maßnahmen sich auf lange Sicht negativ auf das Wachstum der Bergbauunternehmen auswirken werden.

BHP Billiton und Glencore Xstrata

Die weltgrößten Bergbauunternehmen BHP Billiton und Glencore Xstrata leiden besonders unter der Wirtschaftssituation in China, aber auch in anderen Teilen Asiens. Die großen Absatzmärkte, besonders für Eisenerz und Kupfer, schwächeln, und mit ihnen die Bergbauunternehmen. BHP Billiton, das 2001 durch die Fusion des britischen Billiton und der australischen Broken Hill Proprietary Company entstanden ist, wies im Geschäftsjahr 2011/2012 noch einen Umsatz von mehr als 72 Milliarden US Dollar auf. Als im Juni 2013 das Geschäftsjahr 2012/13 abgeschlossen wurde, belief sich der Umsatz auf 65 Milliarden US Dollar, ein Rückgang von 7 Milliarden US Dollar. Die Schweizer Glencore Xstrata konnte zwar im ersten Halbjahr 2013 einen leichten Umsatzanstieg verzeichnen, doch schlug eine Abschreibung auf Minenanlagen von 7,7 Milliarden US Dollar sich negativ zu Buche. Der Verlust liegt bei mehr als 8,9 Milliarden US Dollar. Das Schweizer Unternehmen fusionierte erst im Mai 2013 mit Xstrata, es handelt sich um den ersten gemeinsam erzielten Umsatz. Ähnlich zeigt sich auch die Situation bei den Konkurrenten Rio Tinto und Vale. Auch sie meldeten erhebliche Einbußen.

Chinas Schwäche zieht wirtschaftliche Kreise

China liegt als Verbraucherland von Steinkohle mit 51,4 Prozent Weltmarktanteil weltweit an der Spitze. Ebenso importiert China die Hälfte des am Weltmarkt befindlichen Stahls. Rohstoffe sind in China gefragt. Wenn der größte Absatzmarkt einbricht, ziehen das Exportminus weite wirtschaftliche Kreise. Auch bei Zink liegt China im vorderen Feld. 42,5 Prozent des weltweit gehandelten Zinks landeten bisher in dem asiatischen Staat. Der Bleiverbrauch nimmt rund 45 Prozent ein, Zinn 41 Prozent, Aluminium 39,8 Prozent, Nickel 39,3 Prozent und Kupfer 38 Prozent. Bei allen Rohstoffen war China bisher als Importland Spitzenreiter. Die großen Rohstoffkonzerne steuern der Entwicklung entgegen. Nach einem Führungswechsel bei BHP Billiton wie bei Glencore Xstrata heißt es nun einsparen. Durch das Aufschieben von Großprojekten konnte BHP Billiton bereits 40 Milliarden US-Dollar zurückhalten. Auch der Einstieg in den Düngemittelmarkt wurde um fünf Jahre auf 2020 verschoben. „Wir wollen dann in den Markt einsteigen, wenn wir denken, dass der richtige Zeitpunkt gekommen ist, um das Maximum für unsere Anteilseigner herauszuholen“, verkündete Andrew Mackenzie, Firmenchef von BHP.

Foto: © dyet

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