Der Wahlsieg der Labour-Partei unter der Führung von Keir Starmer hat eine deutliche Wende in der britischen Außenpolitik eingeleitet. Der neue Europaminister, der in einem Interview mit Euronews Rede und Antwort steht, skizziert die wichtigsten außenpolitischen Prioritäten der neuen Regierung.
Nach Jahren der Brexit-Turbulenzen und des zunehmenden Rückzugs Großbritanniens aus der internationalen Gemeinschaft setzt Starmer nun auf eine stärkere Einbindung des Landes in Europa und in die globalen Strukturen. Eines der Hauptanliegen ist es, die Beziehungen zur Europäischen Union zu stabilisieren und wieder zu einem konstruktiven Dialog zurückzukehren.
Dabei geht es nicht nur um rein wirtschaftliche Fragen, sondern auch um eine enge Zusammenarbeit in Bereichen wie Sicherheit, Klima- und Umweltschutz sowie Forschung und Entwicklung. Der Europaminister betont, dass man voneinander profitieren könne und das Trennende hinter sich lassen wolle. Auch die transatlantischen Beziehungen zu den USA sollen gestärkt werden, um gemeinsam globale Herausforderungen anzugehen.
Darüber hinaus will sich Großbritannien stärker in multilaterale Organisationen wie die Vereinten Nationen einbringen und dort seine Stimme für Frieden, Menschenrechte und nachhaltige Entwicklung erheben. Der Kampf gegen den Klimawandel und die Förderung der globalen Gesundheitsvorsorge sind weitere Schwerpunkte der neuen Außenpolitik.
Insgesamt zeichnet sich unter Starmer eine Abkehr vom einseitigen Nationalismus und eine Rückkehr zu einem selbstbewussten, aber gleichzeitig auch kooperativen Multilateralismus ab. Großbritannien, so der Eindruck, will wieder eine aktive Rolle als wichtiger Partner in Europa und auf der Weltbühne spielen.
