Bundesregierung gibt bisher kaum Geld zur KI-Förderung aus

Auch wenn die Bundesregierung die Bedeutung der Künstlichen Intelligenz (KI) für die deutsche Wirtschaft betont, gibt sie zu deren Förderung bisher nur wenig Geld aus. Insgesamt hat die Bundesregierung gerade mal 142 Millionen Euro im Haushalt 2019 für die Förderung von KI-Projekten eingeplant, wie aus einem Schreiben von Michael Meister, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium, hervorgeht, berichtet das „Handelsblatt“. Zum Vergleich: Der Bundesetat 2019 sieht insgesamt Ausgaben von 356 Milliarden Euro vor.

Die Bundesregierung hat die Künstliche Intelligenz zum Themenschwerpunkt ihres Digitalgipfels gemacht, an dem am Dienstag auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teilnimmt. Dem Schreiben von Meister zufolge plant das Forschungsministerium für 2019 gerade mal mit 61,5 Millionen Euro für die Förderung von KI-Projekten. Das ist unter allen Ressorts schon die größte Summe. Es folgt das Wirtschaftsministerium mit knapp 30 Millionen Euro. Für weitere 50 Millionen Euro ist noch unklar, wofür und von welchem Ministerium sie verwendet werden. „Wenn die Bundesregierung nicht langsam aufwacht und die Digitalisierung endlich als zentrales Zukunftsthema begreift, müssen wir uns nicht wundern, wenn wir schon bald nicht mehr in der wirtschaftlichen Champions League mitspielen“, sagte der FDP-Abgeordnete Christian Dürr, der die Anfrage an die Bundesregierung gestellt hatte.

VDI fordert höhere Investitionen für KI-Strategie

Mit der KI-Strategie will die Bundesregierung Deutschland attraktiver für Spitzenforscher machen und den Zugang zu Daten verbessern. Drei Milliarden Euro sollen dafür bis 2025 investiert werden. „Angesichts der Anstrengungen in anderen Ländern reicht diese Summe bei weitem nicht aus“, sagt VDI-Direktor Ralph Appel. „Eher die dreifache Summe, also rund neun Milliarden, ist aus meiner Sicht notwendig, um beim zukünftigen KI-Markt vorne mitzuspielen. Verglichen mit dem zusätzlichen Wertschöpfungsbeitrag, den KI leisten kann, ist das eine noch überschaubare Investition in unsere digitale Zukunft.“

Nötig ist aus VDI-Sicht zudem ein schneller Ausbau des Glasfasernetzes und klare Arbeitsplatzanreize auch für ausländische IT- und KI-Spezialisten. „Wir müssen beim Zukunftsthema Digitalisierung schneller handeln“, so Appel.

Laut KI-Strategie der Bundesregierung sollen zukünftig ‚KI-Trainer‘ kleine und mittelständische Firmen beraten und bei der Implementierung von KI helfen. Die Unterstützung von KMUs in allen Fragen rund um KI ist wichtig und muss ausgebaut werden. Hier ist die Bundesregierung auf dem richtigen Weg. Appel: „Die Anzahl von 20 KI-Trainern ist allerdings zu wenig. Zukünftig brauchen wir eher mindestens 200 KI-Trainer.“

Ingenieure werden eine zentrale Rolle dabei spielen, KI in technische Systeme zu integrieren. Vor dem Hintergrund aktueller Arbeitsmarktzahlen wird die Umsetzung vieler der von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen nicht einfacher. Die Arbeitskräftenachfrage in den Ingenieurberufen, inklusive der Informatiker, hat laut aktuellem VDI-/IW-Ingenieurmonitor im zweiten Quartal 2018 mit knapp 130.000 offenen Stellen ein neues Rekordniveau erreicht – Tendenz steigend.

Foto: Euroscheine, über dts Nachrichtenagentur

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