Daimler setzt auf China

Berlin – In Deutschland sind bei Daimler in 140 Betrieben 16.000 Mitarbeiter beschäftigt. 2012 zeigte sich für das Unternehmen in der Bundesrepublik jedoch nicht als erfolgreiches Jahr. Ein Verlust von 45 Millionen Euro wurde eingefahren. Die Krise in der Automobil-Branche hat ihre Spuren hinterlassen. Schon begann die Diskussion um Schließungen und Zusammenlegungen von Niederlassungen. Das erste Quartal 2013 erlaubte ebenfalls nicht viel Hoffnung. Im zweiten Quartal wuchs das Konzernergebnis auf 4,6 Milliarden Euro. Vor Zinsen und Steuern ergab sich eine Summe von 5,2 Milliarden Euro. Zu bedenken ist, dass die Zahlen zusätzlich durch den Verkauf von Anteilen am Luft-Raumfahrtskonzern EADS gehoben wurden. Ohne diese Aktion wäre das operative Ergebnis bei 2,1 Milliarden Euro gelegen, 2 Milliarden weniger als im Vergleichsquartal 2012.

Daimler hinkt in China hinterher

In Asien hinkt Daimler weiter hinter den Konkurrenten BMW und Audi nach. Im ersten Halbjahr 2013 konnte BMW seinen Absatz um 6 Prozent erhöhen, Audi um 6,4 Prozent. Auch weltweit bleibt Daimler zurück. Verkaufte BMW in der ersten Jahreshälfte 954.521 Fahrzeuge, Audi 780.500, konnte Daimler auf einen Absatz von 746.300 verweisen. Jetzt kommt die Antwort Daimlers. Der Hersteller baut in Peking eine erste Motorenfabrik. Sein Anspruch dabei: Das Werk soll den deutschen Werken gleichwertig gegenüberstehen. 2 Milliarden Euro ist Daimler bereit zu investieren. „Das Werk wird die erste vollwertige Motorenfabrik außerhalb Deutschlands“, erklärt Frank Deiss, Chef von Beijing Benz Automotive. Er ergänzt: „Das Qualitätsniveau, das wir hier aufbauen, wird so hoch sein wie in keinem anderen Motorenwerk, das wir außerhalb Deutschlands haben, und es ist dasselbe Niveau wie in unseren deutschen Werken. Die Kunden werden es überhaupt nicht merken, woher die Teile kommen, und sie müssen sich auch keine Sorgen darüber machen. Ab dem kommenden Jahr werden wir die Teile tatsächlich nach Deutschland exportieren.“

Folgen für Deutschland

Indes werden in Deutschland Befürchtungen laut, dass sich die Produktion in China negativ auf die heimische Produktion auswirken könne. Wenn die Werke in China in gleicher Qualität, jedoch günstiger arbeiten, wird sich für Daimler langfristig die Frage stellen, ob nicht einzelne Betriebe in Deutschland geschlossen werden sollten. Nicht nur Beschäftigte wären von einer derartigen Entwicklung betroffen, sondern auch viele Zulieferfirmen aus dem Mittelstand. Kenner gehen in jedem Fall davon aus, dass, sollte sich die Produktion in China als optimal herausstellen, Daimler nicht doppelgleisig arbeiten werde. 2012 wurden in China 206.000 Autos verkauft, weniger als die Hälfte wurde auch in dem Land produziert. Bis 2015 will Daimler den Verkauf auf 300.000 erhöhen und davon zwei Drittel im Land selbst herstellen.

Foto: © Daimler AG

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert