Der Waffenhandel blüht – leider!

Berlin – Im internationalen Waffenhandel werden jedes Jahr an die 70 Milliarden Dollar umgesetzt, etwa 54 Milliarden Euro. Das Angebot reicht von leichten Waffen und dazugehöriger Munition hin zu umfassenden militärischen Systemen. Die größten Waffenexporteure der Welt sind die USA, gefolgt von Russland. Deutschland liegt auf dem dritten Platz vor Frankreich. Erstmals seit dem Kalten Krieg ist auch China zuletzt unter die fünf größten Waffenhändler aufgerückt. Laut schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI hat die Volksrepublik damit Großbritannien aus der Spitzengruppe verdrängt. Größter Waffenimporteur ist Indien. Auch andere Länder in Asien rüsten massiv auf, darunter das benachbarte Pakistan. Es kauft allein mehr als die Hälfte der von China exportierten Waffen. Jeden Tag sterben weltweit etwa 2000 Menschen durch Waffengewalt. Im Kampf gegen den illegalen Waffenhandel fordern die Vereinten Nationen seit langem jährliche Berichte über Importe und Exporte von Waffen. Die Hilfsorganisation Oxfam schätzt, dass im vergangenen Jahrzehnt Waffen für 2,2 Milliarden Dollar in Länder geschmuggelt wurden, für die ein Waffenembargo galt. Die Vereinten Nationen starten nun einen neuen Versuch zur Einigung auf ein globales Waffenhandelsabkommen. Alle Lieferanten sollen verpflichtet werden zu prüfen, ob mit ihren Waffen Menschenrechtsverletzungen begangen werden könnten. Ein erster Anlauf zu dem Vertrag scheiterte im vergangenen Juli an den USA, Russland und China.

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