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Deutsche CEO-Wechselquote mit 20,6% auf Rekordhoch

In Deutschland standen mit 32 neu besetzten CEO-Posten 2018 besonders viele Wechsel in den untersuchten 155 Unternehmen an (2017: 24), wodurch die Quote auf 20,6% stieg (2017: 16,0%). Dabei waren 69% der deutschen Demissionen geplant (global: 68%), 3% bedingt durch Übernahmen (global: 11%) und in 28% der Fälle handelte es sich um vorzeitige Abgänge (global: 20%). Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Amtszeit deutscher Firmenchefs im Vorjahresvergleich von 5,1 auf 6,8 Jahre (global: 6,4 Jahre). Das zeigt die "CEO Success Studie" von Strategy&, der Strategieberatung von PwC. Im Rahmen der Studie werden Veränderungen an den Spitzen der 2.500 größten börsennotierten Unternehmen der Welt analysiert. Im globalen Schnitt räumten 2018 17,5% der CEOs ihren Posten, der höchste Wert seit Start der Studienserie im Jahr 2000. Mit Blick auf die erzwungenen CEO-Wechsel mussten weltweit erstmals mehr Unternehmenschefs aufgrund ethischer Verfehlungen gehen (39%) als wegen schlechter finanzieller Ergebnisse (35%). "In Deutschland sind es besonders krisengeplagte Branchen wie die Finanz-, Stahl- und Automobilindustrie, die die CEO-Wechselquote in die Höhe treiben. Nun sollten die neuen und unbelasteten Manager die konsequente Aufarbeitung der jüngsten Skandale oder die dringend notwendige Ausrichtung auf digitale Zukunftsthemen in Kombination mit kostensparenden Restrukturierungsmaßnahmen angehen", kommentiert Dr. Peter Gassmann, Europachef von Strategy&. "Vor dem Hintergrund der sich eintrübenden Konjunkturaussichten muss die zeitgemäße Weiterentwicklung des Geschäftsmodells auf jeder Chefetage Priorität haben." Im internationalen Vergleich sind die 2018 nachgefolgten CEOs in Deutschland mit einem Durchschnittsalter von 50 Jahren die jüngsten Unternehmenslenker (global: 53 Jahre). Zudem kamen sie weltweit am häufigsten nicht aus dem Unternehmen, an dessen Spitze sie traten: 38% der deutschen CEOs nahmen ihr neues Amt als Unternehmens-Outsider auf, während dies global nur bei 17% der Fall war. 2017 kamen in Deutschland 28% CEOs von außerhalb in ihre neuen Unternehmen. Auch Auslandserfahrung war 2018 zunehmend gefragt, da 58% der in Deutschland neu berufenen CEOs bereits in anderen Weltregionen tätig waren (global: 33%). Gleichzeitig verzichtete jedoch die überwiegende Mehrheit der deutschen Unternehmen darauf, einen Manager aus dem Ausland zu berufen. 88% der 2018 angetretenen CEOs waren Deutsche, was dem höchsten Anteil seit 2015 entspricht. Auch in Sachen Geschlechterdiversität bewiesen die deutschen Unternehmen keinen Fortschrittswillen. Wie bereits in den Jahren 2015 bis 2017 wurde auch 2018 nur eine einzige Frau in den untersuchten 300 DACH-Unternehmen als CEO benannt. Die Frauenquote sank somit zum vierten Mal in Folge auf nur noch 2,1%, während der Anteil weiblicher CEOs global von 6,0% 2017 auf 4,9% 2018 zurückging. Im Hinblick auf die akademischen Bildungsgrade verfügten in Deutschland 2018 23% über einen MBA (2017: 12%), parallel verlor der Doktortitel jedoch an Gewicht: Nur 31% der CEOs hatte 2018 promoviert, im Vergleich dazu waren es 2017 noch 47%. Damit kommt der Trend hin zur angelsächsisch geprägten Managementausbildung an Businessschools auch immer stärker in den deutschen Chefetagen an. Trotz der vielen Wechsel zeigt eine Sonderanalyse der Jahre 2004 bis 2018, dass 19% der weltweit ausscheidenden Unternehmenschefs sogenannte Langzeit-CEOs waren: Sie hatten ihr Amt zehn Jahre oder länger inne. Neben der langen Zeit an der Unternehmensspitze unterschieden sich diese CEOs auch mit Blick auf die Performance deutlich von ihren Amtskollegen. Im Median erzielten sie mit einer Aktienrendite von 5,7% wesentlich bessere finanzielle Ergebnisse als der Durchschnitt (3,3%). Die Nachfolger dieser High-Performer hatten es an der Unternehmensspitze dagegen eher schwer. Sie konnten meist nur schlechtere finanzielle Ergebnisse erreichen und mussten ihren Posten im Schnitt bereits nach 5,3 Jahren räumen, was zudem deutlich häufiger ungeplant geschah: 35% der Nachfolger-CEOs traten gezwungenermaßen ab, während nur 19% der Langzeit-CEOs vorzeitig gehen mussten. "Angesichts der immer höheren globalen CEO-Wechselquoten ist ein Blick auf Langzeit-CEOs besonders interessant. Die herausragenden finanziellen Ergebnisse, die sie im Schnitt erreicht haben, werfen die Frage auf, wie lange ein Manager an der Unternehmensspitze braucht, um seine Pläne erfolgreich umsetzen zu können. Mitunter reicht die aktuell durchschnittliche Verweildauer von global 6,4 Jahren nicht aus, um langfristige strategische Entscheidungen erfolgreich zu implementieren", erläutert Dr. Peter Gassmann.

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