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Difäm-Direktorin kritisiert Pandemie-Anleihen der Weltbank

Die Direktorin des Deutschen Instituts für Ärztliche Mission (Difäm), Gisela Schneider, hält es für einen "Skandal", dass aus den Pandemie-Anleihen der Weltbank bislang noch keine Zahlungen zur Bekämpfung der Ebola -Epidemie in den Kongo geflossen sind. Es mache sie "geradezu fassungslos", sagte Schneider der "Frankfurter Rundschau" (Freitagsausgabe). Nach der verheerenden Ebola-Epidemie 2013 bis 2016 in Westafrika hatte die Weltbank eine Pandemic Emergency Financing Facility (PEF) eingerichtet, die armen Ländern nach einem Seuchenausbruch schnell Geld zu Verfügung stellen soll. Eine wesentliche Säule der PEF sind Pandemie-Bonds, die wie Katastrophen-Anleihen funktionieren und sich an institutionelle Investoren richten . Bricht die Epidemie aus, müssen die Zeichner der Schuldscheine mit dem Verlust ihres Investments rechnen. Dieses Risiko wird mit einer Rendite von jährlich bis zu 13 Prozent honoriert. Obwohl im Kongo schon fast 1.700 Menschen an Ebola gestorben sind, wurden bislang noch keine Mittel aus den Weltbank-Anleihen geleistet. Das liegt an eng definierten Kriterien: Um Zahlungen auszulösen, muss die Seuche in einem Land mindestens 250 Tote gefordert und die Grenze zu einem anderen Staat überschritten haben. Nur wenn auch dort mindestens 20 Opfer zu beklagen sind, fließt Geld. In Uganda, was neben dem Kongo betroffen ist, wurden bislang aber erst drei Todesfälle offiziell bestätigt. "Es ist ein Skandal, dass auf dem Rücken der Menschen im Kongo Zinsen verdient werden", sagte Schneider der Zeitung. "Wenn die Welt wirklich ein Interesse daran hat, die Epidemie einzudämmen, dann müssen jetzt alle verfügbaren Mittel eingesetzt werden", so die Tropenmedizinerin. Foto: Euro- und Dollarscheine, über dts Nachrichtenagentur  

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