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E-Autos – eine Million Ladestationen bis 2030 nötig

Wer in Deutschland Auto fahren und nicht Benzin oder Diesel tanken will, der muss sich erstmal auf die Suche nach der nächsten Gas- oder Wasserstofftankstelle bzw. der nächsten öffentlichen Ladestation für Elektroautos machen.

Ein wichtiger Grund, warum es noch ein weiter Weg ist, bis die anvisierte Zahl von Elektrofahrzeugen von einer Million in diesem Jahr, erreicht wird, ist das schlecht ausgebaute Netz an öffentlichen Ladestationen. Zwar hat in den letzten Jahren der Netzausbau deutliche Fortschritte erzielt, doch die rund 20.500 Ladestationen (Stand August 2019) sind noch weit davon entfernt, tatsächlich den Bedarf von einer Million E-Autos zu decken.

Fehlende Ladestationen sind der limitierende Faktor


Einer der wichtigsten Gründe, warum noch lange nicht so viele E-Autos auf deutschen Straßen unterwegs sind, wie von der Politik geplant, ist der schleppende Netzausbau. Wissenschaftler des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt haben zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie ausgerechnet, dass eine Million Elektroautos in Deutschland einen Bedarf von mindestens 33.000 Ladestationen haben würden.

Diese Zahl gilt nur für öffentliche und halböffentliche Ladestationen " und rechnet nicht die Anzahl privater Wallboxen mit ein. Damit eine effiziente Nutzung von solchen Ladepunkten in Städten überhaupt möglich ist, empfehlen die beteiligten Wissenschaftler weitere 4.000 Ladestationen für die Ballungsräume.

Die Energiewende braucht private Initiative


Die Differenz zwischen den schon vorhandenen und den benötigten Ladestationen ist enorm " würde aber mit jeder privaten Wallbox sinken. Hier ist also die Initiative von Privatpersonen und Unternehmen gefragt. Zuhause lohnen sich Wallboxen für alle E-Autobesitzer, vor allem wenn sie sich eine Solaranlage installiert haben und selbst –kostrom produzieren. Auch Wallboxen für Unternehmen sind eine Möglichkeit, wie die Energiewende Wirklichkeit im öffentlichen Raum sowie auf privater Ebene werden kann.

Denn noch lange nicht jeder kann sich eine eigene Wallbox einbauen lassen. Wer gerne auf ein Elektroauto umsteigen möchte, aber keine zuverlässige Möglichkeit hat es zu laden, weil er keinen Stellplatz hat, könnte sich durch ein entsprechendes Angebot durch seinen Arbeitgeber überzeugen lassen " und sich ggf. an den Kosten beteiligen.

–ffentliche Ladestationen: Bessere Infrastruktur für E-Autos


Die von den Wissenschaftlern des DLR und KIT errechnete Zahl bezieht sich dabei nur auf das Zwischenziel von einer Million Elektroautos. Perspektivisch soll der größte Teil des alltäglichen Verkehrs auf den deutschen Straßen mit Strom betrieben werden.

Damit dieses Fernziel bis 2030 realisiert werden kann, braucht es mindestens eine Million öffentlicher und halböffentlicher Ladepunkte. Zu dieser Million kämen noch mehrere Millionen privater Ladepunkte " in Privathaushalten und Unternehmen.

Umfragen unter Elektroautofahrern zeigen glasklar: meistens wird das E-Auto zuhause oder auf der Arbeit geladen. Hier ist zusätzlich zur Eigeninitiative die Gesellschaft gefragt. Damit die schlimmsten Folgen des Klimawandels abgemildert werden können, muss der Staat bereit dazu sein, sich an den Kosten für die Energiewende zu beteiligen. Es gibt bereits Förderungen für Wallboxen " aber auch Unternehmen müssen von solchen Förderungen profitieren können.

Der entscheidende Faktor wird nach wie vor die öffentliche und halböffentliche Ladeinfrastruktur sein. Wenn Autofahrern durch gesamtgesellschaftliche Anstrengungen gezeigt wird, dass sie ihre Autos unkompliziert fast überall aufladen können, steigt die Bereitschaft von konventionellen Fahrzeuge auf E-Autos umzusteigen.

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