Entwicklungsminister: G20-Krawalle schaden Ansehen Deutschlands

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat sich entsetzt über die gewaltsamen Ausschreitungen in Hamburg gezeigt: „Diese Proteste schaden dem Ansehen Deutschlands in der Welt und schaden der Sache“, sagte Müller der „Berliner Zeitung“ (Samstagsausgabe). Die Gewaltbilder aus Hamburg seien entsetzlich. „Ich verurteile diese schlimmen Gewaltexzesse zutiefst und stehe hinter der Polizei, die unseren Rechtsstaat verteidigt.“

Für friedliche Proteste äußerte Müller Verständnis. Die Globalisierung schaffe Gewinner, aber auch Verlierer. Auf der Verliererseite stehe vor allem Afrika. „Die Ressourcen des Kontinents werden von Industriekonzernen gnadenlos ausgebeutet“, sagte er. Ohne Coltan aus dem Kongo funktioniere kein Smartphone, ohne Kakao aus der Elfenbeinküste gäbe es keine Schokolade. „Aber wir zahlen keine angemessenen Preise dafür und lassen Arbeitsbedingungen zu, die wir zu Hause niemals akzeptieren würden“, kritisierte er. Die globalisierten Märkte dürften nicht aus dem Ruder laufen, soziale und ökologische Mindeststandards müssten weltweit gelten. „Sonst lassen wir Millionen von Menschen in Armut zurück und zerstören die natürlichen Grundlagen unseres Planeten“, warnte er.

Foto: „Schwarzer Block“ bei Anti-G20-Protest in Hamburg, über dts Nachrichtenagentur

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