Erdogan soll „Deal“ um inhaftierte Deutsche angeboten haben

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan soll der Bundesregierung einen „Deal“ angeboten haben: Er stellte in Aussicht, in der Türkei inhaftierte Deutsche wie den „Welt“-Korrespondenten Deniz Yücel freizulassen, wenn mehrere türkische Offiziere ausgeliefert würden, schreibt der „Spiegel“. Die Offiziere hatten in Deutschland Asyl beantragt, nachdem der Putsch in der Türkei gescheitert war. Erdogan machte den Vorschlag laut des Berichts unter anderem in dem Geheimgespräch, das Altkanzler Gerhard Schröder im Auftrag von Kanzlerin Angela Merkel eine Woche nach der Bundestagswahl in Istanbul mit ihm führte.

Schröder lehnte die Forderung demnach als inakzeptabel ab. Wie Kanzleramtsminister Peter Altmaier die türkische Regierung in anschließenden Gesprächen in Istanbul trotzdem davon überzeugte, den deutschen Menschenrechtler Peter Steudtner freizulassen, soll selbst gegenüber dem Parlament geheim gehalten werden. Zu den Verhandlungen mache man „aus Staatswohlgründen keine Angaben“, antwortete die Bundesregierung auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Stefan Liebich von den Linken. „Dass die Regierung auch im Nachhinein über ihre Geheimdeals mit dem Autokraten Erdogan keine Auskunft gibt, ist schlicht unakzeptabel“, kritisiert Liebich.

Foto: Recep Tayyip Erdogan, über dts Nachrichtenagentur

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