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Ergebnisse der Bevölkerungsbefragung in Wiesbaden zur Mediennutzung

37 Prozent der Einwohner/innen mit Migrationshintergrund, aber nur 26 Prozent der Ein-wohner/innen ohne Migrationshintergrund bekunden eine sehr starke Verbundenheit mit Wiesbaden. Dieser überraschende Befund ist ein Resultat der repräsentativen Bevölke-rungsbefragung zu Mediennutzung, Kommunikationsverhalten und kommunalpolitischer Teilhabe, die das Amt für Strategische Steuerung, Stadtforschung und Statistik vor einem Jahr durchgeführt hat und in seiner neuesten Stadtanalyse vorstellt.
Die Studie basiert auf der telefonischen Befragung von 2.045 Wiesbadenern/innen (1.265 Personen mit und 780 ohne Migrationshintergrund) und ist repräsentativ für die Bevölke-rung im Alter zwischen 14 und 79 Jahren. Sie liefert vielfältige Informationen darüber, für welche lokalen Themen sich die Wiesbadener/innen besonders interessieren, wie sie die Arbeit von Stadtpolitik und Stadtverwaltung beurteilen, welche Informationsquellen und Medien sie im Einzelnen nutzen und ob sie sich selbst kommunalpolitisch engagieren o-der sich eine solche Bürgerbeteiligung vorstellen könnten. Die Umfrageergebnisse lassen durchgängig Unterschiede nach Migrationshintergrund erkennen. Aber auch innerhalb der Migrantenbevölkerung variiert das Medienverhalten und Politikinteresse stark.
So zeigen sich unter anderem folgende Ergebnisse:

  • Das Interesse an Kommunalpolitik sowohl bei Einheimischen als auch bei Zuge-wanderten ist geringer als das Interesse an (deutscher) Politik im Allgemeinen. Während sich 37 Prozent der Einwohner/innen ohne und 25 Prozent der Einwoh-ner/innen mit Migrationshintergrund (sehr) stark für die Arbeit von Politik und Ver-waltung in Wiesbaden interessieren, liegen die entsprechenden Anteilswerte des allgemeinen Politikinteresses mit 50 Prozent beziehungsweise 32 Prozent darüber.
  • Zur Arbeit der politischen Gremien (Stadtverordnetenversammlung und Magistrat) können oder wollen sich 17 Prozent der Einwohner/innen nicht äußern, was ange-sichts des geringen Interesses an Kommunalpolitik einleuchtet. Ein positives Votum geben 35 Prozent der Bürger/innen mit, aber nur 17 Prozent der Bürger/innen ohne Migrationshintergrund ab. Jüngere Wiesbadener/innen sind ungeachtet des Migrationshintergrundes mit der Arbeit der städtischen Gremien zufriedener als ältere.
  • Für (große) Teile der Wiesbadener Bevölkerung hat die Kommunalpolitik weder Namen noch Gesicht. 44 Prozent der einheimischen und 69 Prozent der zugewan-derten Einwohner/innen können oder wollen keine Politiker/innen(-namen) nennen. Mit Abstand am häufigsten genannt wird der ehemalige Oberbürgermeister, Dr. Helmut Müller, auf dessen Namen 29 Prozent der Nennungen der Einwohner/innen ohne und 13 Prozent der Nennungen derjenigen mit Migrationshintergrund entfallen. Auf dem zweiten Rangplatz folgt der amtierende hessische Ministerpräsident, Volker Bouffier (jeweils 7 Prozent der Nennungen der Einheimischen und der Zu-gewanderten). Je jünger die Wiesbadener/innen sind, desto geringer ist der Anteil, der politische Akteure kennt beziehungsweise nennt; Frauen sind schlechter infor-miert als Männer.
  • Die überwiegende Mehrheit der Wiesbadener Bevölkerung hat sich bisher nicht aktiv an öffentlicher und politischer Meinungsbildung und Entscheidungsfindung außer-halb von Wahlen beteiligt und für viele käme dies auch nicht in Frage.
  • Die am häufigsten praktizierte Form der Bürgerbeteiligung ist die Mitwirkung an öf-fentlicher Meinungsbildung (Leserbriefe, Internetbeiträge, Teilnahme an Bürgerbe-fragungen), die 39 Prozent der Nichtmigranten/innen und 17 Prozent der Migran-ten/innen „schon einmal gemacht“ haben.
  • Das Fernsehen ist das bevorzugte Medium der Wiesbadener Bevölkerung. 90 Pro-zent der deutschstämmigen und 79 Prozent der zugewanderten Einwohner/innen sehen täglich bis viermal in der Woche fern. Die Anteile der (fast) täglichen Internet-Nutzer/innen sind mit 72 Prozent beziehungsweise 74 Prozent in beiden Herkunfts-gruppen nahezu identisch. Während 53 Prozent der Einheimischen (fast) täglich Zeitung lesen, sind es lediglich 31 Prozent der Zugewanderten.
  • Die Tageszeitungen stellen jedoch die wichtigste Informationsquelle zum Gesche-hen in Wiesbaden dar: 32 Prozent der Einwohner/innen ohne und 21 Prozent der Einwohner/innen mit Migrationshintergrund informieren sich durch Printmedien. An zweiter Stelle steht das Internet, auf das 23 Prozent der Nichtmigranten/innen und 19 Prozent der Migranten/innen zurückgreifen.
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