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EU weicht Regeln zu faulen Krediten in Bankenbilanzen auf

Die EU verwässert die geplanten Vorschriften zum Abbau fauler Kredite in den Bankenbilanzen – und dabei ist das Europaparlament in vorderster Front. Das geht aus einem Expertenpapier des Europaparlaments hervor, über das das „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe) berichtet. Demnach solle Banken erlaubt werden, nicht bediente Darlehen zwei Jahre lang ohne jegliche Rückstellungen in ihren Bilanzen stehen zu lassen.

Das soll sogar für faule Kredite gelten, die mit keinerlei Sicherheit hinterlegt sind. Insgesamt sollen die Banken neun Jahre Zeit bekommen, um schrittweise Rückstellungen für faule Kredite aufzubauen. So haben es die beiden federführenden Berichterstatter des Europaparlaments Roberto Gualtieri aus Italien und Esther de Lange aus den Niederlanden vorgeschlagen. Sie bleiben damit hinter den Forderungen der EU-Kommission und des EU-Finanzministerrates zurück. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte vergangenes Jahr gefordert, dass die Banken für ungesicherte faule Kredite binnen zwei Jahren hundertprozentig Vorsorge treffen. Für die Rückstellungen anderer nicht bedienter Darlehen wollte die EZB den Geldhäusern sieben Jahre Zeit geben. Entsprechende Leitlinien musste die Notenbank auf Druck des Europaparlaments damals zurückziehen. Der italienische Parlamentspräsident Antonio Tajani hatte sich persönlich beschwert.

Foto: Skyline von Frankfurt / Main, über dts Nachrichtenagentur

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