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Europäische Bahnindustrie sieht Jobs durch Wettbewerb gefährdet

Die europäische Bahnindustrie fordert bei öffentlichen Aufträgen von den europäischen Staaten Mindestwertschöpfungsklauseln und andere Abwehrmaßnahmen gegen „unfaire“ Konkurrenz aus dem Ausland. Das berichtet das „Handelsblatt“ (Dienstagausgabe). In einem vom deutschen Verband der Bahnindustrie (VDB) verfassten und mit dem europäischen und weiteren nationalen Verbänden unter anderem in Frankreich und Österreich abgestimmten Brandbrief an die Politik in Berlin und Brüssel beklagen die Hersteller von Eisenbahnfahrzeugen und Signaltechnik, dass viele Länder, darunter China, Japan und die USA ihre eigenen Industrien mit massiver Exportsubventionierung unterstützten oder ihre eigenen Märkte abschirmten.

Die Industrie sieht viele der rund 400.000 Arbeitsplätze in Gefahr. Wenn Siemens, Alstom oder Bombardier Züge in die USA verkaufen wollen, müssen die Hersteller schon heute 60 Prozent der Wertschöpfung in den USA erbringen. Die Züge müssen auch in den USA endmontiert werden. Japan wehrte sich bislang sehr erfolgreich damit, dass Züge dort erdbebensicher sein müssen. China verkaufte in zehn Jahren für mehr als neun Milliarden Euro Bahntechnik nach Afrika – und finanzierte alles weitgehend über die staatseigene Exportbank. Der Zeitpunkt für den Brief ist brisant. Siemens und Alstom wollen ihre Bahntechnik zu einem neuen europäischen Champion mit 15 Milliarden Euro Umsatz bündeln, um vor allem gegen die anrollende Konkurrenz aus China gewappnet zu sein. Die EU-Wettbewerbskommission dagegen glaubt nicht daran, dass der Riesenkonzern CRRC (Umsatz rund 30 Milliarden Euro) vorerst in Europa Fuß fassen kann.

Foto: Arbeiter auf Gleisanlage, über dts Nachrichtenagentur

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