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Evonik-Chef Kullmann: „Stärker an Leistung orientieren“

Christian Kullmann, der heute seinen ersten Arbeitstag als neuer Chef von Evonik hat, will den Spezialchemiekonzern mehr auf Leistung trimmen. "Wir wollen uns stärker an Leistung orientieren und am Ergebnis, auch im Vergleich zum Wettbewerb. Und wir brauchen noch mehr Dynamik in der Unternehmenskultur", sagte er dem "Handelsblatt" (Mittwochsausgabe).

Kullmann hält heute nach Informationen der Zeitung am späten Vormittag ein Townhall-Meeting ab, welches in alle deutschen Standorte live übertragen wird, um seine neue Strategie zu erklären. "Wir haben eine gute Führungskultur, die wir weiterentwickeln wollen", sagte Kullmann weiter. Der neue Evonik-Chef hat dabei einen klaren Fokus auf dem Erfolg. "Solidarität müssen wir uns leisten können", sagte er. "Wer gute Löhne zahlen will, der muss zuerst mal eines sein: erfolgreich, besser als die Wettbewerber." Kullmann erwartet nicht, dass die Orientierung hin zu mehr Leistung, die Mitarbeiter verunsichern würde. "Das verstehen unsere Mitarbeiter. Wir wollen aus einem guten Unternehmen ein besseres machen." Der neue Evonik-Chef muss und will den Konzern wieder zu mehr Wachstum führen. Seine Strategie dafür schließt auch weitere Übernahmen nicht aus: "Es ist ein Dreiklang aus organischem Wachstum, Innovationen und, da wo etwas Gutes zu haben ist, auch Zukäufen", sagte Kullmann. Der neue Evonik-Chef will eine Führungskultur pflegen, die Kritik und Widerspruch geradezu herausfordert. "Widerspruch ist die erste Pflicht. Das ist ein zeitintensiver Führungsstil, aber wir brauchen den konstruktiven Diskurs", sagte er dem "Handelsblatt" weiter. "Ich habe keine Schmeichler um mich herum." Eine spezielle Vorbereitung auf die große Aufgabe als Chef des Spezialchemiekonzerns hatte er nach eigenen Aussagen nicht: "Ich hatte fast zehn Jahre Lehrzeit an der Seite von Werner Müller und Klaus Engel. Wenn mich diese Jahre nicht auf den Vorstandsvorsitz vorbereitet hätten, dann wäre mir auch nicht zu helfen", sagte Kullmann.

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